Bundesrat stimmt zu

Verdopplung von Kinderkrankentagen beschlossen

18. Januar 2021 - 15:34 Uhr

Alleinerziehende erhalten 40 statt 20 Tage

Der nächste Schritt hin zu mehr Entlastung der Eltern in der Corona-Pandemie ist gemacht. Auch der Bundesrat stimmte der Verdopplung der Kinderkrankentage zu. Die Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Alleinerziehende erhalten dabei 40 statt der üblichen 20 Tage, sonst werden die Tage pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt.

Noch mindestens bis Ende Januar bleiben Schulen und Kindertagesstätten weitgehend geschlossen oder bieten nur einen eingeschränkten Betrieb an.

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Kinderkrankengeld gibt es jetzt auch für Betreuung wegen Kita- oder Schulschließung

Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Das Krankengeld soll es nun aber auch geben, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind oder der Zugang eingeschränkt ist. Das gilt auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Einrichtung zu bringen. Das Kinderkrankengeld sollen auch Eltern bei ihrer Krankenkasse beantragen können, die theoretisch im Homeoffice arbeiten könnten. Für den Antrag soll eine Bescheinigung von Schule oder Kita reichen. Anspruch haben nur gesetzlich Versicherte.

Anspruch auf 10 zusätzliche Kinderkrankentage

Die Bundesregierung hat dafür das Gesetz zur befristeten Ausweitung des Anspruchs auf Kinderkrankengeld vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in die Wege geleitet. Das Kinderkrankengeld wird im Jahr 2021 für zehn zusätzliche Tage pro Elternteil (20 zusätzliche Tage für Alleinerziehende) gewährt. Der Anspruch gilt auch für die Fälle, in denen eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird.

Konkret bedeutet das für berufstätige Eltern: Gehen Mutter und Vater arbeiten, haben beide Elternteile jeweils einen Anspruch darauf, für maximal 20 Tage vom Arbeitgeber freigestellt zu werden – und das pro Kind. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf maximal 40 Tage Freistellung. Für die Zeit der Freistellung erhalten sie dann das Kinderkrankengeld.

Galt die Regel bislang für die Pflege eines erkrankten Kindes, ist dies jetzt auch wegen Corona für die notwendige Betreuung eines Kindes zu Hause möglich – also auch, wenn die Schule oder der Kindergarten schließen.

Wer hat Anspruch auf Kinderkrankengeld und Kinderkrankentage

Bislang gibt es folgende Voraussetzungen für die Auszahlung von Kinderkrankengeld:

  • Vater oder Mutter sind berufstätig und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Das Kind ist unter 12 Jahre alt und gesetzlich versichert. Bei Kindern, die eine Behinderung haben, auch über das 12. Lebensjahr hinaus.
  • Der Anspruch gilt nicht nur wie üblich bei Krankheit des Kindes, sondern auch, wenn Kitas und Schulen geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet sind und Eltern deshalb ein Betreuungsproblem haben.
  • Der Anspruch gilt auch dann, wenn Behörden den Eltern empfohlen haben, ihre Kinder pandemiebedingt lieber zu Hause zu betreuen.
  • Selbst wenn die Eltern grundsätzlich im Homeoffice arbeiten könnten, besteht der Anspruch auf Kinderkrankentage. Diese Neuregelung ist flächendeckend und unbürokratisch, so Ministerin Giffey.
  • Eltern können sich in diesen Fällen die Bescheinigung oder das Attest für die Krankenkasse von der Kita- oder Schulleitung ausstellen lassen (nicht vom Kinderarzt!).

Nach der bisherigen gesetzlichen Regelung haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Freistellung.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld

Für die Höhe des Kinderkrankengeldes gilt bislang folgende Regelung:

  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Ganze 100 Prozent gibt es, wenn das Elternteil in den letzten 12 Kalendermonaten vor dem Krankengeldbezug Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten hat. Die Höhe der Einmalzahlungen ist dabei nicht wichtig.
  • Das Kinderkrankengeld darf allerdings nicht 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung übersteigen. Für das Jahr 2021 beträgt das Kinderkrankengeld demnach maximal 112,88 Euro.
  • Vom ermittelten Kinderkrankengeld werden noch die Beiträge für die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Die Ausweitung der Kinderkrankentage und des Kinderkrankengeldes gilt nicht für privat Versicherte. Sie haben aber weiterhin einen Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Alle Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel.

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