Experten für Präsenzunterricht

Spahn schließt Wechselunterricht nach den Sommerferien nicht aus

Auch nach den Sommerferien könnte Wechselunterricht nötig sein, sagt Jens Spahn.
Auch nach den Sommerferien könnte Wechselunterricht nötig sein, sagt Jens Spahn.
© dpa, Guido Kirchner, gki bsc

23. Juni 2021 - 10:33 Uhr

Spahn: "Werden nicht ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulunterricht gehen können"

Jetzt erstmal stehen die Sommerferien vor der Tür, aber viele Eltern machen sich schon jetzt Sorgen, wie es nach den Ferien mit der Schule weitergeht. Für Aufregung sorgte da auch eine Aussage von Jens Spahn, der Wechselunterricht auch nach den Sommerferien nicht ausschließt.

"Wir werden eine Zeitlang, gerade im Herbst/Winter, in den Schulen noch Schutzmaßnahmen brauchen," sagte Spahn am Samstag bei einer Online Tagung der Evangelischen Akademie Trutzing. Allerdings betonte er, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, welche Maßnahmen angedacht seien: "Ich will die jetzt noch nicht en detail definieren." Später sagte er: "Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen - sei es Maske, Abstand, Wechselunterricht, Tests vor allem auch - wieder in den Schulbetrieb gehen können." *

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Wissenschaftler fordern: „Schulen offen lassen“

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, die Schulen und Kindergärten in der Pandemie offen zu halten und so Präsenzunterricht für alle Schüler zu ermöglichen. Dies sei die effektivste Art des Lernens, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme. Die Öffnungen sollten aber von "geeigneten Schutzmaßnahmen" begleitet werden. Außerdem sprachen sich die Wissenschaftler dafür aus, den digitalen Ausbau der Schulen zu beschleunigen. Auch die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Britta Ernst (SPD), hat sich gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen ausgesprochen. "Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert, und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden", sagte sie dem "Tagesspiegel".

Homeschooling so effektiv wie Sommerferien

Auch eine Studie der Frankfurter Goethe-Universität gibt dem Homeschooling schlechte Noten: "Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien", erklärte Prof. Andreas Frey. Schüler aus ärmeren Haushalten leiden demnach besonders unter dem Distanzunterricht. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander.

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Regierung rudert ein Stück zurück

"Geöffnete Schulen haben eine ganz hohe Priorität", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es sei sehr zu wünschen, dass nach den Ferien wie vorgesehen überall wieder Präsenzunterricht möglich sei. Aber: Komplett vorauszusehen sei die Entwicklung nicht. "Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es lokal zu größeren Infektionsausbrüchen kommt, auf die dann auch zu reagieren wäre." Auch Spahn selbst ruderte am Montag ein Stück weit zurück. Es sei eines der Hauptziele, das normale Schulleben so lange wie möglich zu bewahren. Wechselunterricht werde nicht angestrebt. Es sei auch möglich, nach den Sommerferien ohne diesen zu starten. Gerade mit Blick auf Virusvarianten sagte er aber: "Wir müssen auf alles vorbereitet sein"

* Korrigierte Version: In einer früheren Version hieß es: Spahn hat den Wechselunterricht nach den Ferien angekündigt, diese Aussage haben wir korrigiert.

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