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Elizabeth Smart: Als 14-jährige entführt und missbraucht - jetzt spricht sie über die Horror-Zeit

Elizabeth Smart über den Horror vor 20 Jahren

Als 14-Jährige entführt und monatelang missbraucht: "Werde nie so sein wie vorher"

Elizabeth Smart
Elizabeth Smart spricht über den Horror, den sie als 14-jähriges Mädchen erlebt hat.
Instagram/Elizabeth Smart

Es ist ein unvorstellbares Martyrium, das Elizabeth Smart durchlebt hat. Ein verrückter Wanderprediger entführte die damals 14-Jährige aus ihrem Kinderzimmer in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) und missbrauchte sie monatelang . Erst nach neun Monaten wurde ihr Peiniger gefasst und Elizabeth gerettet. 20 Jahre später spricht sie mit dem US-Sender FOX13 über den Horror von damals.

Salt Lake City: Mann entführte 14-Jährige aus Kinderzimmer

Wanderprediger Brian David Mitchell entführt Elizabeth Smart
Der psychopathische Wanderprediger Brian David Mitchell schlich sich ins Familienhaus und zwang die 14-jährige Elizabeth Smart, mit ihm zu kommen.

"Ich habe eine Weile gebraucht, um zu erkennen, dass ich niemals wieder diejenige sein werde, die ich vorher war", sagt die 34-Jährige. "Das wird nie geschehen. Diesen Menschen gibt es nicht mehr."

Es ist der am 5. Juni 2002, als nachts ein Mann mit einem Messer an Elizabeths Bett steht. Er droht der 14-Jährigen, ihre ganze Familie zu ermorden, wenn sie nicht leise mitkommt. Um das Leben ihrer kleinen Schwester im Bett nebenan zu schützen, folgt sie dem Mann.

Wie sich später herausstellt, ist der Entführer kein Unbekannter: Der damals 49 Jahre alte Brian David Mitchell hat ein paar Wochen zuvor das Hausdach der Familie repariert. Was Elizabeths Vater nicht ahnte: Er hat einen Psychopathen engagiert. Mitchell gab sich als Prophet aus, der vor Obdachlosen predigte und zum Teil selbst auf der Straße lebte.

Entführer Brian David Mitchell nach Fahndung in TV-Sendung gefasst

Brian David Mitchell
Der selbsternannte Prediger Brian David Mitchell wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Splash News

Der Entführer nimmt das Mädchen mit in ein Lager in den Bergen. Er betrachtet Elizabeth als "zweite Frau", vergewaltigt und foltert sie immer wieder . Mitchells Ehefrau Barzee sieht beim Missbrauch lachend zu, statt der 14-Jährigen zu helfen.

Mitchell fühlt sich sicher, fährt sogar mit der verschleierten Elizabeth und seiner Ehefrau in die Stadt. Doch nachdem "Americas Most Wanted", die US-Version von "Aktenzeichen XY … ungelöst", erneut über den Fall berichtet hat, erkennt ein Passant den Prediger. Er informiert die Polizei, die den Entführer und seine Frau am 12. März 2003 festnimmt und Elizabeth rettet. Jahre später wird Brian David Mitchell für geisteskrank erklärt; ein Richter entscheidet aber, dass er verhandlungsfähig ist . Er wird zu lebenslanger Haft verurteilt, seine Frau zu 15 Jahren.

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Elizabeth Smart setzt sich für missbrauchte Kinder ein

Aber wie soll ein junges Mädchen ein solches Trauma verarbeiten? "Ich musste lernen, mit meinem neuen Leben klarzukommen, und das brauchte Zeit", sagt Elizabeth Smart heute. "Das ist nicht einfach über Nacht passiert."

In den folgenden Jahren schreibt sie ein Buch, in dem sie über ihr Martyrium berichtet. Sie arbeitet als Anwältin, setzt sich für missbrauchte Kinder ein und spricht in der Öffentlichkeit über die Zeit ihrer Entführung. Ihr Privatleben teilt Elizabeth Smart in den sozialen Medien. Sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

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Mutter drängte Elizabeth Smart, nicht aufzugeben

"Eigentlich hatte ich mir geschworen, nie ein Buch zu schreiben", sagt sie zu FOX13. "Ich wollte nie einen Film oder eine Dokumentation machen, gar nichts in den Medien. Ich wollte mit niemandem reden, niemanden sehen." Obwohl ihr bewusst gewesen sei, nichts falsch gemacht zu haben, habe sie mit Scham und Schuldgefühlen zu kämpfen gehabt, erinnert sich die 34-Jährige.

Ihre Mutter Lois Smart drängte Elizabeth immer wieder dazu, nicht aufzugeben. "Wie ich das gehasst habe", erinnert sie sich. Ich habe immer gesagt: 'Lass mich doch einfach fünf Minuten lang Selbstmitleid haben.' Aber sie wollte immer, dass ich wieder aufstehe. Jetzt, als Erwachsene, bin ich so dankbar dafür. Denn egal wie schlecht es mir ging – ich bin immer wieder aufgestanden und habe weitergemacht, weil ich so erzogen wurde."

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Entführung war für 14-jähriges Mädchen die Hölle

Am Ende sei ihr Wunsch, zu leben und Gutes in der Welt zu tun, stärker gewesen als ihre Ängste und Albträume. Über den Horror in den Fängen ihres Entführers sagt Elizabeth Smart 20 Jahre danach: "Es war die Hölle, die reine Hölle. Aber sie hatte ein Ende." (bst)