Wie sich die Preise in den Supermärkten entwickeln werden

Rewe-Chef Lionel Souque: Darum gibt es weiter Regallücken in der Supermärkten

 Düsseldorf 30.12.2022 Rewe City Lebensmittel Supermarkt Carlsplatz Altstadt Düsseldorf Nordrhein-Westfalen Deutschland *** Düsseldorf 30 12 2022 Rewe City Food Supermarket Carlsplatz Altstadt Düsseldorf North Rhine Westphalia Germany
In wohl jeder Rewe-Filiale stoßen Kunden zur Zeit auf leere Regale.
www.imago-images.de, IMAGO/Michael Gstettenbauer

Leere Regale bei Rewe – das wäre vor ein paar Jahren unvorstellbar gewesen. Inzwischen ist das in jeder Filiale des Supermarktgiganten Alltag. Rewe-Chef Lionel Souque erklärt, warum die Regale leer bleiben und gibt einen Ausblick auf die Preisentwicklung für das Jahr 2023.

Rewe-Chef über Lieferungen: "Wir bekommen 20 Prozent weniger Ware"

Der Kölner Handelskonzern Rewe kämpft noch immer mit Lieferschwierigkeiten. "Manchmal ist die Logistik ein Problem, manchmal fehlt Rohware für die Produktion. Das führt dazu, dass nicht die volle Menge geliefert werden kann", sagte Rewe-Chef Souque im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

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Er beklagte eine "massive Verschlechterung der Lieferquote": "In der Spitze bekommen wir aktuell bis zu 20 Prozent weniger Ware geliefert, als wir bestellt haben." Insgesamt sei das System aber stabil.

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Preisstreitigkeiten zwischen Handel und Herstellern

ARCHIV - 03.04.2019, Nordrhein-Westfalen, Köln: Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender des Rewe-Konzerns. Ein Ende der Preiserhöhungen im deutschen Lebensmittelhandel ist nach Einschätzung von Souque nicht in Sicht. (zu dpa: «Rewe-Chef rechnet mit weit
Rewe-Chef Lionel Souque.
obe htf wst vco, dpa, Oliver Berg

Die meisten Regallücken in den Supermärkten gehen derzeit jedoch auf Preisstreitigkeiten zwischen Handel und Herstellern zurück. "Im Moment sind viele als Trittbrettfahrer unterwegs, die versuchen, die Preise stark über ihre tatsächlichen Mehrkosten hinaus zu erhöhen", sagte Souque.

Konkrete Beispiele will der Rewe-Chef nicht nennen. „Aber es handelt sich vor allem um internationale, börsennotierte Multi-Konzerne. Im Moment sind viele als Trittbrettfahrer unterwegs, die versuchen, die Preise stark über ihre tatsächlichen Mehrkosten hinaus zu erhöhen. Sie brauchen nur in die Quartalsberichte dieser großen Konzerne zu schauen, um das zu belegen – dort werden jedes Quartal bessere Ergebnisse präsentiert“, so Souque im Gespräch mit dem „Kölner Stadtanzeiger“.

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Rewe-Kundschaft achtet mehr auf Aktionspreise

Die hohen Preise bereiten dem Supermarkt-Chef keine Freude, eher Sorgen. Denn auch wenn der Umsatz seines Konzerns ordentlich steigt, knabbern die hohen Kosten am Gewinn. „Das ist kein gesundes Wachstum“, fast Souque die Preisentwicklung zusammen.

Allerdings könnten sich die Preiserhöhungen für die Markenhersteller laut Souque auch zum Boomerang erweisen: „Die Markenartikler merken jetzt auch, dass viele Kunden ihre Artikel nicht mehr kaufen, wenn der Abstand zu Preiseinstiegsprodukten zu groß wird. Davon profitieren die Eigenmarken, die zuletzt stärker gefragt sind – das zeigen auch aktuelle Studien.“

Der Rewe-Chef zeigt sich aufgrund der aktuellen Entwicklung optimistisch, dass in den nächsten Wochen weniger Preiserhöhungen reinkommen werden.

Und auch bei den Kundinnen und Kunden macht sich die Teuerung bemerkbar. „Sie kaufen mehr zu Aktionspreisen ein. Wir hatten neulich bei Rewe Butter für unter zwei Euro im Angebot. In so einer Situation kaufen die Kunden jetzt viel größere Mengen, und zwar nicht, weil sie mehr Butter konsumieren, sondern weil sie sich bei Aktionen bevorraten - sie zum Beispiel einfrieren“, sagt der Rewe-Chef. (aze)

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