Verschiedene Modelle im Redaktions-Test

E-Reader-Test: Überzeugen Kindle und Tolino auch echte Bücherwürmer?

13. März 2020 - 14:55 Uhr

Von Lauren Ramoser, Kira Liedtke und Jolanda Ost

Wir lieben Bücher aus Papier - mit allem was dazugehört: Durch den Buchladen schlendern, Seiten umblättern, das ein oder andere Eselsohr und ein gelesenes Buch stolz ins Bücherregal stellen. Aber wie viel Zukunft haben "echte" Bücher noch? E-Reader sind auf dem Vormarsch und punkten nicht nur, wenn es um Nachhaltigkeit geht, sondern auch bezüglich des Komforts, vor allem im Urlaub oder beim Pendeln zwischen Zuhause und Arbeitsplatz. Ein Gerät wiegt schließlich deutlich weniger als drei Bücher!

Aber lohnt sich der Kauf eines E-Readers? Und: Macht das Lesen genau so viel Spaß wie mit einem richtigen Buch? Drei Redakteurinnen und leidenschaftliche Papier-Bücherwürmer haben jeweils einen Tolino-E-Reader und einen Kindle-Reader in unterschiedlichen Preisklassen getestet.

Preisklasse bis 90 Euro: Kindle und Tolino Page 2 im Vergleich

Kindle und Tolino Page 2 E-Reader-Test
Die beiden günstigsten E-Reader im Test: Kindle und Tolino Page 2
© Amazon/Thalia

Die Bedienung des neuen Kindle (8. Generation)* von Amazon ist einfach, fast intuitiv - wenn man denn das Handbuch gelesen hat. Denn die Punkte, an denen man das Gerät berühren muss, um den gewünschten Effekt zu erzielen, muss man draufhaben. Sonst passiert wenig. Die Helligkeit lässt sich, je nach äußeren Lichtverhältnissen, in vielen Stufen individuell anpassen. Das kleine und relativ leichte Modell nimmt im Reisegepäck nur wenig Platz weg, bietet aber auch deutlich weniger Platz für den Text als die Buchseiten der gebundenen Hardcover-Ausgaben. Dafür lassen sich dutzende Bücher im Gerät speichern und durch die Verknüpfung mit dem eigenen Amazon-Konto jederzeit einfach nachordern. Wen das häufige "Umblättern", in Form von swipen nicht stört, hat mit dem kleinen Kindle einen to-go-Reader für das kleine Gepäck gefunden.
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Optisch besteht, außer der Farbe, zwischen dem schwarzen Tolino und dem Kindle kaum ein Unterschied. Das weiße Design des Kindle gefällt mir optisch besser, weil es stylischer aussieht und das Gerät etwas hochwertiger wirkt. Der Tolino Page 2* lässt sich mit der Datenbank und dem Internet verbinden, um nach Büchern zu stöbern. Durch eine integrierte Beleuchtung lässt sich auch dieses Gerät stufenweise heller oder dunkler stellen. Dennoch ist auch nach Lesen des Handbuchs die Bedienung des Touchdisplays nicht gerade intuitiv und das Gerät reagiert manchmal schwerfällig. Es braucht einen kleinen Moment, um die gewünschte Seite zu laden und reagiert damit etwas langsamer auf Befehle, als der Kindle-Reader. Den Lesefluss stört das allerdings nicht, lediglich die Navigation zwischen verschiedenen Optionen ist ungewohnt langsam im Vergleich zu Smartphones.
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Lauren Ramosers Fazit: Als preisgünstiges Einsteigermodell ist sowohl der Tolino Page 2 als auch der Kindle (8.Generation) gut geeignet und vor allem als leichte Reisebegleiter dürften sie für viel Lesevergnügen sorgen.

Preisklasse bis 180 Euro: Kindle Paperwhite und Tolino Vision 5 im Vergleich

E-Reader-Test Kindle Paperwhite und Tolino Vision 5
Kindle Paperwhite vs. Tolino Vision 5: Welcher E-Reader machte sich besser?
© Amazon/Thalia

Der Kindle Paperwhite* ist schön klein, sehr handlich und dabei auch noch wasserfest – der perfekte Begleiter für den Urlaub also! Am Strand möchte ich auf ihn nicht mehr verzichten. Getestet habe ich die Wasserdichte selbst nicht, für mich ist sie aber ein weiterer Pluspunkt, gerade wenn man gerne in der Badewanne liest. Das Gerät für knapp 120 Euro gefällt mir optisch sehr gut, das Lesegefühl überzeugt mich aber nicht ganz. Im direkten Vergleich mit dem Tolino Vision 5 (Preis ca. 180 Euro) wirkt die Schrift etwas unscharf und ausgewaschen, die Beleuchtung ist mir persönlich zu kalt. Was ich gut finde: Man kann beim Kindle zwischen vielen verschiedenen Schriftarten seine liebste auswählen. Und auch in puncto Schriftgröße und Seitengestaltung hat man ziemlich viel Auswahl.

Der Kindle braucht für meinen Smartphone-gewöhnten Geschmack recht lange, um aus dem Ruhemodus aufzuwachen und einsatzbereit zu sein. Der Tolino schneidet jedoch nicht besser ab. Die Installation und Verknüpfung mit dem Amazon-Konto ist sehr einfach und geht schnell. Auch die Akkulaufzeit ist toll: Nachdem ich mein (nicht gerade kurzes) E-Book beendet hatte, war der Akku noch weit vom Leerstand entfernt.
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Der Tolino Vision 5* ist schön schmal und leicht und liegt sehr gut in der Hand. Dafür sorgt auch die Soft-Touch-Oberfläche, an der Schmutz und Fingerabdrücke aber leider auch ziemlich schnell haften bleiben. Eine gute Benutzbarkeit garantiert auch der breitere, rechte Rand des E-Readers, der etwas angehoben ist. Hier sind die Blätter-Tasten angebracht, die man so eher nicht versehentlich berührt. Diese Gestaltung lässt das Gerät aber optisch ein wenig klobiger wirken. Wer lieber über den Touchscreen umblättert, kann auch das tun. Super ist die automatische Display-Anpassung: Wer mag, braucht den E-Reader nur einmal drehen und kann dann im Querformat lesen. Auch der Tolino ist wasserfest und hat laut Hersteller eine Akkulaufzeit von mehreren Wochen.

Beim Tolino kann die Helligkeit ebenfalls eingestellt werden – und hier ist auch die Farbtemperatur wählbar. Großer Pluspunkt: Man kann ein angenehm warmes Licht wählen und bekommt dadurch etwas mehr Buch-Feeling. Generell ist der Tolino etwas weniger hell als der Kindle, die Beleuchtung für das Auge aber angenehmer. Auch beim Tolino kann man unter anderem Schriftart und Größe einstellen. Anders als der Kindle ist der Tolino nicht an einen Händler gekoppelt - beim Tolino ist die Verknüpfung mit verschiedenen Buchhändler-Diensten möglich, über die die E-Books gekauft und auf den Reader geladen werden können. Bei meinem Test-Buch war der Download in Minutenschnelle erledigt.
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Kira Liedtkes Fazit: Beide Geräte finde ich gut. Optisch gefällt mir der Kindle besser, bei der Lesbarkeit gewinnt aber der Tolino. Hier ist die Displaybeleuchtung besser, die Schrift wirkt schärfer. Weil ich schon einen Amazon-Account habe, war für mich die Einrichtung des Kindles auch einfacher. Für den Urlaub finde ich E-Reader super, hier haben sie den Bücherstapel schon abgelöst. Trotzdem werde ich wohl nie ganz aufhören, echte Bücher zu kaufen. An das Gefühl von Papier zwischen den Finger kommt für mich bisher nämlich kein E-Reader heran.

Preisklasse bis 300 Euro: Kindle Oasis und Tolino Epos 2 im Vergleich

Kindle Oasis und Tolino Epos 2
Hoher Preis und hohe Qualität? Kindle Oasis und Tolino Epos 2 im Alltags-Test
© Amazon/Thalia

Das Kindle Oasispunktet auf den ersten Blick vor allem durch sein Design – das Aluminiumgehäuse, wahlweise in Grau oder Gold erhältlich, überzeugt sofort mit seinem edlen Aussehen! Doch viel wichtiger: Überzeugt auch das Leseerlebnis? Kurz: Ja, aber es hat seinen Preis. Mit knapp 230 Euro gehört das Kindle Oasis preislich zu den Premium-E-Readern, bietet dafür aber auch äußerst viel Komfort. Die Helligkeit variiert von hellem Weiß bis hin zu sanftem Orange, was vor allem das Lesen im Dunklen sehr angenehm für die Augen macht. Das Gerät liegt durch seine kleine Stufe auf der Rückseite gut in der Hand und ist durch seine intuitive Bedienung selbsterklärend. Ein weiteres Plus: Die Akkulaufzeit. Nach einer Woche täglicher Nutzung zwischen 30 und 60 Minuten ist der Akku immer noch zu knapp 60 Prozent geladen. Das Kindle Oasis hat zwar seinen Preis, dafür aber auch einige Extras – für E-Reader-Experten mit Sicherheit einen Kauf wert, für Einsteiger genügt aber beispielsweise das Kindle Paperwhite für knapp 100 Euro weniger. 
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Der Tolino Epos 2* hat, genau wie das Kindle, einen so großen Bildschirm, dass es sich so anfühlt, als hätte man ein richtiges Taschenbuch in der Hand. Auch die Farbtemperaturauswahl ist wie beim Kindle variabel und durch eine leicht angewinkelte Seite des Geräts liegt der Tolino gut in der Hand. Beim Drehen des Geräts dreht sich der Bildschirm mit - eigentlich ein tolles Feature, leider muss die Drehung aber jedes Mal per Klick bestätigt werden. Bei der Schnelligkeit des Tolinos ist meine Meinung zweigeteilt: Die Seiten blättern sich zwar in sekundenschnelle um, bis das, was auf der Tastatur eingetippt wird, auf dem Bildschirm angezeigt wird, kann jedoch ein Weilchen dauern. Der Akku steht dem des Kindle Oasis in nichts nach - auch der Tolino bietet volle Power! Leider haben die beiden Geräte noch etwas gemeinsam: die Preisklasse. Mit knapp 300 Euro gehört auch der Tolino Epos 2 zu den hochpreisigen E-Readern. 
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Jolanda Osts Fazit: Die beiden Geräte haben ihren Preis, machen diesen aber mit ihren komfortablen Extras wett - wenn man sie denn braucht. Für mich als E-Reader-Neuling ohne vergleichbare Erfahrung mit anderen Geräten wäre eines der beiden Geräte aufgrund des Preises vermutlich nicht die erste Wahl. Stattdessen würde ich mich für eine der günstigen Alternativen entscheiden und auf verschiedene Helligkeitsstufen oder ein bequem in der Hand liegendes Gerät verzichten. Vielleicht liegt das aber auch einfach daran, dass ich mich für das Lesen auf einem Bildschirm nicht wirklich begeistern kann und trotz der Premium-Geräte ein echtes Buch immer vorziehen würde!

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