Düsseldorf: Erbitterter Rosenkrieg endet vor Gericht

Mann (92) schmeißt Frau (88) nach über 50 Jahren Ehe aus dem Haus

Zwei Rentner sitzen auf einer Bank. (Foto: Motivbild)
Zwei Rentner sitzen auf einer Bank. (Foto: Motivbild)
© dpa, Sebastian Kahnert, skh;cse kno axs

11. Mai 2022 - 9:32 Uhr

In Düsseldorf ist der Scheidungskrieg eines Rentnerpaars vor Gericht gelandet. Wie die "Rheinische Post" berichtet, war das Paar seit April 1968 verheiratet, doch die Beziehung zerbrach im März 2020. Der ehemalige Wirtschaftsmanager soll seine Ehefrau daraufhin nicht nur vor die Tür gesetzt, sondern sie auch noch vor Gericht gezerrt haben, wie die Zeitung berichtet. Die 88-Jährige musste sich darum nun vor dem Amtsgericht Düsseldorf wegen angeblich falscher Anschuldigungen verantworten.

88-Jährige liefert sich erbitterten Rosenkrieg mit ihrem Noch-Ehemann

Die alte Dame sollte 1.800 Euro Strafe zahlen, legte dagegen jedoch Beschwerde ein. Sie musste von ihrer Verteidigerin gestützt werden, als sie den Gerichtssaal betrat, berichtet die "Rheinische Post". Dann begann die Anwältin, die Einzelheiten des Rosenkriegs zu erklären.

Nach der Trennung habe die 88-Jährige ihr Zuhause im Stadtteil Lohausen überraschend verlassen müssen. Ihr Mann warf sie nach rund 52 Jahren Ehe einfach raus. Die Rentnerin sei daraufhin in ihr Auto gestiegen und zu einer Freundin gefahren, bei der sie bis heute lebe, weil sie sich keine eigene Wohnung leisten könne.

Düsseldorf: Ehemann beschuldigt Frau, Diebstahl der Wagenpapiere erfunden zu haben

Im Mai 2020 soll die Seniorin dann ihre Tochter angezeigt haben. Die 88-Jährige beschuldigte sie, die Wagenpapiere aus dem Handschuhfach des Autos gestohlen zu haben. Laut dem Zeitungsbericht soll die Rentnerin bei der Polizei ausgesagt haben, dass die Tochter den Diebstahl in einem Gespräch mit dem 92-Jährigen gestanden habe. Ihr Ehemann ging daraufhin ebenfalls zur Polizei und zeigte seine Noch-Ehefrau wegen Falschaussage an. Denn den Diebstahl des Fahrzeug-Scheins habe es nie gegeben, so sein Vorwurf.

Inzwischen ist das Auto, an dem sich der Streit entzündete, verkauft. Laut dem Bericht der "Rheinischen Post" wollte die Seniorin mit dem Erlös aus dem Verkauf des Wagens ihre laufenden Kosten zumindest teilweise decken. Denn Unterhalt zahle der 92-jährige Ehemann nicht. Er soll zwar im März 2020 die Scheidung eingereicht haben, sei aber bisher bei keinem der daraufhin angesetzten Termine erschienen und weigere sich, seiner Frau auch nur einen Cent zu zahlen. Die 88-Jährige müsse stattdessen auch noch Rechnungen des Paares begleichen und habe inzwischen 10.000 Euro Schulden, zitierte die Zeitung die Verteidigerin der Frau.

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Gericht stellte Verfahren gegen Seniorin ein und ließ alle Vorwürfe fallen

Weil weder Tochter noch Ehemann als Zeugen zu dem Gerichtstermin erschienen, habe die Richterin die Anklage gegen die 88-Jährige in Absprache mit der Staatsanwaltschaft fallen lassen. Das Verfahren wurde laut "Rheinischer Post" wegen geringer Schuld ohne Auflagen eingestellt. Damit ersparte die Richterin der Rentnerin ihre allererste Verurteilung überhaupt. Stress hat die alte Dame wahrscheinlich trotzdem genug – die Scheidung von ihrem Ehemann ist immer noch nicht durch. (jgr)