Expertin erklärt: Alles kann zum Fetisch werden

Dschungel-Kandidatin im Fetisch-Fieber! Wieso stehen Menschen auf Füße und Co.?

Laut der Sexualtherapeutin Pohlink, sollten auch bei Fetischen beide Partner auf ihre Kosten kommen (Motivbild)
Laut der Sexualtherapeutin Pohlink, sollten auch bei Fetischen beide Partner auf ihre Kosten kommen (Motivbild)
© Getty Images/iStockphoto, nd3000

24. Januar 2022 - 22:45 Uhr

von Jessica Bürger

Kaum drei Tage am Start und schon gibt es im Dschungelcamp die erste Sex-Beichte: Reality-Star Tara Tabitha plaudert ganz offen über ihren OnlyFans-Account und welche Inhalte sie darauf verkaufte: Fußbilder, High Heels, Socken und – Achtung, Achtung! – Fußnägel. Eben alles was ein Fuß-Fetischisten-Herz schneller schlagen lässt. Doch was sind Fetische eigentlich? Diese Frage und worauf es bei einem Partner ankommt, der einen Fetisch hat, hat Sexualtherapeutin Carla Pohlink für uns beantwortet.

Im Video: Tara Tabitha über ihren Service für Fuß-Fetischisten

"Man kann sich seinen Fetisch nicht aussuchen!"

Zuerst einmal: Fetische sind per se nichts Schlimmes. Wer einen Fetisch hat, hat erst einmal nur eine Vorliebe für einen bestimmten Gegenstand und die entsteht tatsächlich ganz zufällig. "Ein Fetisch ist ein Zufallseffekt und beginnt sich schon im Kindes- und Jugendalter herauszubilden", erklärt Sexualtherpeutin Pohlink im RTL-Interview.

Wenn Kinder sich das erste Mal sexuell stimulieren, geschehe das meist zufällig, führt sie aus. Die Kinder speichern die Berührung als schön ab und koppeln sie an einen Reiz, zum Beispiel einen Geruch oder eben ein Objekt. Wenn sich diese Kombination aus Stimulierung plus Reiz immer wiederholt, entwickele sich daraus eben eine Gewohnheit, so Pohlink. "Wichtig ist: Man kann sich einen Fetisch nicht aussuchen", betont sie.

Die Vorliebe kann nämlich an alles geknüpft sein, es sind keine Grenzen gesetzt. Laut Pohlink kämen Alltagsgegenstände zwar häufiger vor, doch auch ihr kamen schon einige kuriose Fetische unter. Einer davon: Der Fetisch für Tachometer. "Die Person stand nicht auf das Auto, sondern auf seine Schnelligkeit", sagt die Therapeutin. Je höher der Tacho ausschlug, desto mehr erregte es die Person. "Da habe ich auch mal gestutzt", gesteht sie.

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Der Spaß muss im Mittelpunkt stehen

Ein Fetisch ist jedoch nicht vergleichbar mit einem Rollenspiel, betont Pohlink. "Bei einem Rollenspiel liegt der Fokus auf dem Partner", erklärt sie. "DU trägst die Schuhe, ich mag DEINE Füße." Bei einem Fetisch sei das nicht so. "Hier steht das Objekt im Zentrum des Interesses. Es geht konkret um den Strumpf oder den Fuß."

Vor zwei Jahren untersuchte die Online-Plattform "erotik.markt.de", für welche Sex-Dienstleistungen Kunden im Erotik-Gewerbe am meisten bezahlten. Ganz oben: BDSM-Leistungen und Fetische. Bis zu 144 Euro waren Kunden bereit zu zahlen, um ihre Fantasien ausleben zu können. Die Nachfrage nach einem Partner, der den eigenen Fetisch mit ausleben kann, schien damals recht hoch zu sein. Doch wie geht man mit einem Partner um, der einen Fetisch hat?

"Es gibt eigentlich nur ganz wenige Menschen, die wirklich einen Fetisch haben", sagt Pohlink. Alles andere seien eher Rollenspiele, wie Soft-BDSM. Dennoch: Je ausgeprägter ein Fetisch sei, desto eher kann es zu Problemen in Beziehungen kommen, erklärt die Sexualtherapeutin. Paare müssten ihre Vorlieben miteinander verknüpfen und herausfinden, welche sexuellen Spielarten möglich sind. Die Grenze eines Fetischs ist für Pohlink ganz deutlich: "Der andere muss auch auf seine Kosten kommen!", sagt sie. "Es muss beiden Partnern Spaß machen."

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