Stromversorgung, Polizei und Feuerwehr

Bricht jetzt alles wegen Omikron zusammen?

21. Dezember 2021 - 10:14 Uhr

Behörden bereiten sich auf "Worst-Case"-Szenario vor

Sie sorgen dafür, dass Recht und Ordnung eingehalten wird, helfen in Notsituationen oder stellen sicher, dass Jeder problemlosen Zugriff auf Strom, Gas und Wasser haben kann – die so genannte kritische Infrastruktur. Doch, was passiert wenn große Teile von Polizei, Feuerwehr oder Stromversorgern ausfallen, in Quarantäne müssen oder erkranken? Droht das System dann komplett zusammen zu brechen? Genau das könnte passieren, wenn die Omikron-Welle Deutschland trifft. Doch die Behörden bereiten sich bereits auf den schlimmsten Fall vor. So sehen ihre Pläne aus.

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Normaler Alltag trotz Omikron überhaupt möglich?

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung warnt eindringlich vor der neuen Corona-Varianten Omikron und die Folgen, die dadurch in unserem Alltag entstehen können. Erkranken zu viele Mitarbeiter oder müssen in Quarantäne, könnte der normale Alltag – so wie wir ihn kennen – zum Erliegen kommen.

In Großbritannien fehlen jetzt schon hunderte Mitarbeiter in den Kliniken. Lehrer im Ruhestand werden aufgefordert, im neuen Jahr in den Schulen einspringen.

Die Bundesregierung fordert Behörden und Firmen auf Notfallpläne für solch einen Fall vorzubereiten. So sehen die Pläne für das "Worst-Case"-Szenario aus.

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Stromversorgung muss sichergestellt werden

Problemloser Zugang zu Strom, Gas und Wasser – das kennt man in Deutschland nicht anders. Doch mit dem Ausfall vieler Mitarbeiter, könnte die Grundversorgung deutlich ins Stocken gebracht werden. Doch Kraftwerke, Stadtwerke und Energieversorger sind vorbereitet – selbst wenn die Coronazahlen explodieren sollten.

"Die Unternehmen haben für solche Fälle unterschiedliche Szenarien vorbereitet", erklärt Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. So soll zu jedem Zeitpunkt die Versorgung gewährleistet sein. Pandemiepläne würden immer der aktuellen Situation angepasst werden. Bestimmte Kernteams würden so immer zur Verfügung stehen. "Das kann bis dahin gehen, dass diese Kernteams in den Unternehmen sozusagen dauerhaft sind – also quasi eine Quarantäne vor Ort."

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"Personalvorräte" bei Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern

Auch in anderen Bereichen gibt es bereits weitreichende Pandemiepläne. SPD-Parteichef Lars Klingbeil betont, dass zusätzlich das Boostern von Sicherheitskräften jetzt höchste Priorität haben müsse. Aber auch: "Wie kann Personalplanung stattfinden und an welchen Stellen müssen Vorräte aufgebaut werden," so Klingbeil im Interview mit RTL/ntv.

Hohe Impfquoten gebe es in diesem Bereich aber bereits. Das Innenministerium betont: Beim Bundeskriminalamt seien mehr als 90 Prozent der Beschäftigten geimpft, bei der Bundespolizei mehr als 80 Prozent.

Die Polizei-NRW will weiterhin ihr Schichtsystem umstellen, das wurde im Frühjahr 2020 bereits einmal so gehandhabt: "Das heißt umstellen auf 12-Stunden-Dienste. Und entsprechende Reservekräfte bereithalten," so Michael Maatz von der Gewerkschaft der Polizei NRW.

THW soll unterstützen

Auch Bundeswehr und THW sollen im schlimmsten Fall eingebunden werden, die könnten zum Beispiel bei Logistik und Transport aushelfen. Albrecht Broemme, ehemaliger Präsident des Technischen Hilfswerks sieht das aber eher kritisch: "Das THW kann schon sehr viel machen, natürlich aber immer in gewissen Grenzen." Das THW könne nicht alle Probleme lösen, beispielsweise nicht die Stromversorgung für Deutschland übernehmen. Man sei bundesweit zwar mit 40.000 Kräften aufgestellt und in der Lage schnell zu helfen, aber wichtig wäre es in einem kritischen Notfall Schwerpunkte zu setzen. (khe/nto)

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