DRK-Helfer aus Wattenscheid sind traurig und empört

Handtuch mit Kot, Haus- und Sperrmüll - unfassbar, was Menschen als "Spenden" abgeben

07. August 2021 - 10:58 Uhr

Deutsches Rotes Kreuz: Drei Viertel der abgegeben Sachen landen im Müll

Toll, was es für Menschen gibt, die sich als Ehrenamtler für andere einsetzen und tatkräftig mit anpacken, wenn es darum geht, zu helfen! Und schön, wie viele Menschen es gibt, die in Zeiten der Not anderen helfen, indem sie etwas spenden. Umso schlimmer ist, dass es auch ekelhafte Menschen gibt, die Helfern das Leben schwer machen und die Lust an ihrer freiwilligen Arbeit rauben.

"Es ist schlimm, dass Menschen so etwas als Spenden abgeben"

DRK-Helferin Corinna Kawaters
DRK-Helferin Corinna Kawaters

Ein besonderes widerliches Erlebnis macht Fatna Kashar, Helferin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Wattenscheid. Sie zieht beim Sortieren der Kleidersäcke ein Handtuch heraus, das, man mag es kaum hinschreiben, mit Fäkalien verschmiert ist und entsprechend riecht.

Der Gestank ist kaum auszuhalten, die 43-Jährige und ihrer Kolleginnen müssen die Arbeit unterbrechen. Kashar ist empört, sie weint. "Es ist schlimm, dass Menschen so etwas als Spenden abgeben", sagt sie traurig.

"Richtiger oller, dreckiger, gammeliger Müll."

Container
Drei Viertel der abgegebenen Kleidungsstücke und Schuhe sind unbrauchbar und müssen weggeworfen werden.

Nicht alles stinkt zum Himmel, doch fast drei Viertel der abgegebenen Klamotten sind schlichtweg Müll. Leider wird so viel Unbrauchbares abgegeben, dass jeder einzelne Kleidersack genau angesehen werden muss.

"Es ist frustrierend, wenn man die Säcke auspackt und sich ansehen muss, was Leute als Spende ausgeben für Menschen, die beispielsweise von der Flutkatastrophe betroffen sind", berichtet Helferin Corinna Kawaters (68). Vieles sei "richtiger oller, dreckiger, gammeliger Müll."

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Sperrmüll bringen die Helfer selbst zum Wetstoffhof

Zum Teil ist kommt derartig viel Unrat zusammen, dass sie kaputte Gegenstände selbst zum Wertstoffhof fährt. Der Müllcontainer beim DRK ist für die unbrauchbaren Kleidungsstücke reserviert und wird nur alle zwei Monate abgeholt. Alles andere bringt Kawaters selbst weg.

Und das ist einiges. Ein weiteres Problem, dass den insgesamt neun DRK-Helfer zu schaffen macht, ist der Sperrmüll, der ihnen regelmäßig vor die Tür gestellt wird. Meistens nach dem Wochenende.

Helfer lassen sich nicht unterkriegen

sperrmuell
Ständig wird Sperrmüll abgestellt, den die Helfer mit ihren privaten Autos wegbringen müssen

Auch wenn es manchmal frustrierend ist, machen die Ehrenamtler unverdrossen weiter. Sortieren, trennen das Gute vom Schlechten. Für einen Euro können Bedürftige beim DRK Kleidung mitnehmen, soviel sie möchten.

Und es gibt viele Bedürftige, oft sind es Flüchtlinge, Obdachlose, verarmte Rentner oder alleinerziehende Mütter. Sie sind dankbar, dass es Menschen wie Fatna Kashar, Corinna Kawaters und die anderen Helfer gibt. (uvo)