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Dresden: Mutter schickt kranke Tochter wegen Corona nicht zur Schule und wird angezeigt

Präsenzpflicht trotz schweren Asthmas?

Schule zeigt Mutter an, weil kranke Tochter nicht am Unterricht teilnimmt

Präsenzunterricht birgt das Risiko einer Corona-Ansteckung
Eine Mutter weigert sich ihre Tochter wegen des Corona-Risikos zur Schule zu schicken - und erhält dafür eine Anzeige. (Symbolbild)
mbk tba wst fd jai, dpa, Matthias Balk

150 Euro Bußgeld für Verletzung der Schulpflicht?

Darf eine Mutter ihr Kind nicht zum Präsenzunterricht schicken, weil es gesundheitliche Probleme hat? Eine Schule in Dresden zeigte eine Mutter an, weil die ihre Tochter zu Hause ließ. Jetzt landete der Fall vor Gericht.

Madeleine gehört wegen einer schweren Lungenerkrankung zur Risikogruppe

Madeleine Z. (16) soll schweres Asthma und andere gesundheitliche Probleme haben. Deshalb habe ihre Mutter Doreen (47) sie nicht zum Präsenzunterricht geschickt. Wie „Bild“ berichtet, soll Madeleine 14 Tage zu Beginn ihres 9. Schuljahres verpasst haben. Die Folge: Eine Anzeige der Schule, Doreen sollte ein Bußgeld von 150 Euro zahlen.

Die 47-Jährige beschreibt gegenüber „Bild“ ihre Mühe, um die Tochter vom Präsenzunterricht zu befreien: „Ich habe ein Attest vorgelegt, dass meine Tochter wegen einer Lungenerkrankung zur Risikogruppe gehört. Sie hatte aber noch weitere Erkrankungen, auch psychische Probleme, sodass ich von Arzt zu Arzt gerannt bin.“ Laut des Berichts habe der Schulbehörde der Nachweis über die Risikogruppe nicht ausgereicht. Sie soll ein Attest verlangt haben, das den Präsenzunterricht eindeutig ausschließt. Das erhielt die Mutter allerdings nicht, weil Madeleine „noch nicht ausdiagnostiziert“ war, heißt es weiter.

Das Amtsgericht Dresden gibt der Mutter recht

Am Mittwoch stellte das Amtsgericht Dresden das Bußgeldverfahren ein. Der Richter Jochen Meißner erklärte, gemäß „Bild“, dass die Mutter sich „intensiv gekümmert“ habe und „auch wenn am Ende das Attest fehlte, das konkret den Schulbesuch ausschließt, gibt es doch genug Hinweise, dass eine solche ärztliche Feststellung hätte getroffen werden können.“

Für Mutter und Tochter gibt es also ein Happy End: Sie brauchen kein Bußgeld zu zahlen. Außerdem kann Madeleine jetzt Online-Unterricht machen – sie hat die Schule gewechselt und loggt sich jetzt bei einer Privatschule ein.