Ansturm ist riesig und die Mitarbeiter am Limit

dm-Chef erklärt: Nach dieser Formel lassen wir Kunden jetzt in die Filialen

Vor den dm-Filialen stehen die Kunden derzeit Schlange.
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02. April 2020 - 12:54 Uhr

Im Drogeriemarkt gibt es klare Regeln für den Kundeneinlass

Auf Super- und Drogeriemärkte war der Ansturm in den vergangenen Wochen riesig - nicht nur auf das besonders heiß begehrte Toilettenpapier. Gleichzeitig sollen die Menschen Abstand voneinander halten, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus möglichst zu verhindern. Deshalb gelten auch beim Drogeriemarkt-Riesen dm klare Regeln für den Kundeneinlass.

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Diese Formel sagt, wie viele Kunden in den Laden dürfen

Aktuell laute die Formel, nach der Kunden in die Filiale eingelassen werden, "Ladenfläche x 0,7 / 10", wie Christoph Werner, Sohn des Gründers Götz Werner und Vorsitzender der Geschäftsführung, dem "Handelsblatt" sagt. Mit dieser Vorgabe solle sichergestellt werden, dass auf je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde komme und die Behörden damit nichts beanstanden können.

Erklärungsversuch für das Klopapier-Hamstern

ARCHIV - 18.03.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Mitarbeiterin räumt in einem Drogeriemarkt der Kette dm-drogerie markt Toilettenpapier ein. Aufgrund der Ausbreitung des Coronaviruses kaufen Kunden momentan stärker ein. (zu dpa: «Drogeriemarkt
Toilettenpapier im Drogeriemarkt verkauft sich derzeit rasant.
© dpa, Sebastian Gollnow, scg axs bwe

Was die Menschen mit all dem Toilettenpapier anfangen wollen, habe auch Werner sich gefragt. "Eine Erklärung, die wir haben: Die Menschen sind jetzt nur noch zu Hause, nicht mehr im Büro oder in Hotels, und merken, dass die Rolle eben schneller zur Neige geht. Dadurch steigt die Nachfrage im Handel, die Ware im Laden verkauft sich schneller ab. Dies bemerken wiederum die Kunden und beginnen, sich zu bevorraten", so Werner. Er macht allerdings klar: "Der Nachschub ist gesichert."

Für dm-Mitarbeiter ist die Belastung extrem

Für die Mitarbeiter seien die Hamsterkäufe der Kunden allerdings eine extreme Belastung: "Wir versorgen in unseren Märkten täglich zwei Millionen Kunden. Plötzlich ist das Gefühl entstanden, dass die Dinge nicht reichen, da fühlen sich manche subjektiv bedroht und sind eben nicht mehr so zuvorkommend wie sonst. Es gibt zum Teil massive Anfeindungen. Auch ich habe bitterböse Briefe erhalten: zum Beispiel, wie sich unsere Mitarbeiter erdreisten könnten zu reglementieren, wie viel Toilettenpapier man kaufen dürfe."

Für die dm-Mitarbeiter, die momentan in den Filialen die Stellung halten, kommt zu der Belastung durch zunehmend hektische und aggressive Kunden dann noch die Angst, sich mit dem Virus anzustecken.

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