Vorsicht vor gefährlichen Giftgaswolken

Diese Putzmittel sollten Sie auf keinen Fall mischen!

Achtung bei diesen Putzmittel: Es können sich giftige Gase bilden.
© dpa, Monika Skolimowska, skm fgj

10. August 2020 - 15:26 Uhr

Wer die falschen Reinigungsmittel vermischt, erlebt eine böse Überraschung

Der Fleck will einfach nicht weggehen? Das Rohr ist weiterhin verstopft? Aber vielleicht hilft ja ein Gemisch aus gleich mehreren Reinigungsmitteln! Stopp, diesen Gedanken sollten Sie schnell wieder verwerfen. Denn die Kombination aus verschiedenen Putzmitteln kann böse Folgen haben.

Bleichmittel nicht mit Essig oder Alkohol vermengen

Bleichmittel sollte allgemein mit Vorsicht verwendet und mit nichts anderem als Wasser vermengt werden, wie der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) auf seiner Homepage warnt: "Bleichmittel auf Chlorbasis (Natriumhypochlorit) dürfen nicht zusammen mit sauren Produkten angewendet werden, da sich sonst giftiges Chlorgas entwickeln kann."

Mischt man Bleiche mit einem Produkt, das viel Ammoniak beinhaltet – wie beispielsweise Fensterputzmittel oder Ofenreiniger – kann Chloramin-Dampf entstehen, der Husten, Atemnot und Übelkeit zur Folge hat. Ähnliches würde passieren, wenn man Bleichmittel mit Essig mischt. Auch Alkohol und Chlormittel sollten unbedingt voneinander ferngehalten werden. Vermengt man diese beiden Mittel miteinander, entstehen giftige Salzsäure und Chloroform. Letzteres kann zur Ohnmacht führen und im schlimmsten Fall sogar zum Tod.

Egal ob zum Kochen, Putzen oder gegen Ungeziefer: Essig ist die Wunderwaffe im Haushalt.

Auch Chlorreiniger nicht mit anderen Mitteln mischen

"Wenn hypochlorithaltige Sanitär- oder Desinfektionsreiniger ('Chlorreiniger') mit sauren Chemikalien wie Essig, Zitronensäure oder sauren WC-Reinigern gemischt werden, kann es sehr gefährlich werden. Es kann dabei giftiges, stechend riechendes Chlorgas entstehen", warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG).

Schon kleine Mengen von Chlorgas können zu Reizungen der Augen und der Atemwege führen. Auch Husten oder das Gefühl zu ersticken können auftreten sowie chemisch verursachte Lungenschädigungen mit möglicher Todesfolge. Wie alle anderen Putzmittel sollte daher auch Chlorreiniger nicht in die Hände von Kindern gelangen!

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Desinfektionsmittel ist im Haushalt nicht notwendig

Auch von Desinfektionsmitteln rät der BAG ab: "Desinfektionsmittel im Haushalt sind nur notwendig, wenn der behandelnde Arzt dazu rät." Ärzte weisen häufig daraufhin, dass ein Minimum an Keimen notwendig ist, um unsere Abwehrkräfte zu trainieren. Darum sollten beim Putzen nicht alle Keime vollständig entfernt, sondern lediglich reduziert werden. 

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Auch Raumsprays können nach dem Putzen noch reagieren

Auch wenn man die Mittel nacheinander verwendet, können die Putz- und Reinigungsmittel miteinander reagieren. Denn die kleinen Partikel schweben auch nach dem Putzen noch längere Zeit in der Luft. Verwendet man nach dem Putzgang im Haushalt noch ein Raumspray, können die Duftstoffe, die darin enthalten sind, auch mit den Reinigungsmitteln reagieren. Achten Sie daher unbedingt darauf, nach dem Putzen ausreichend zu lüften.

Putz- und Reinigungsmittel: Weniger ist mehr!

Viele Reinigungsmittel sind völlig unnötig und zudem schädlich für die Gesundheit und die Umwelt. Spülmittel, Scheuermilch und ein Universalreiniger reichen häufig aus, um die eigenen vier Wände sauber zu halten. Tipps, mit denen das Putzen auch für die Gesundheit sowie die Umwelt zu einer sauberen Sache wird, lesen Sie hier. Häufig sind nur wenige simple Zutaten notwendig, um ein universell einsetzbares Reinigungsspray ganz einfach selbst herstellen zu können.