Diese Bilder sind nichts für schwache Nerven

Insulinpumpe nicht gesäubert: Diabetikerin stirbt fast an fleischfressender Infektion

Carolina verlor nicht nur fast ihren Arm durch die Infektion, sondern sogar ihr Leben.
© Actionpress

20. November 2020 - 9:34 Uhr

South Carolina: Studentin erkrankt an gefährlicher Pilzinfektion

Eine Insulinpumpe soll das Leben von Diabetes-Patienten erleichtern, doch im Fall von Carolina Bowen (20) aus dem amerikanischen Bundesstaat South Carolina ist genau das Gegenteil eingetreten. Sie fing sich durch eine verunreinigte Pumpe einen fleischfressenden Pilz ein, lag monatelang im Koma, musste fünfmal operiert werden und wäre dabei fast gestorben – die furchtbare Geschichte:

Tödlicher Pilz befällt ihren linken Arm

Insulinpumpe
Diabetes Patienten tragen eine solche Insulinpumpe am Körper, die regelmäßig gereinigt werden muss.
© picture alliance, Jens Kalaene

Eine Insulinpumpe kann die Lebensqualität von an Diabetes erkrankten Menschen erheblich verbessern. Die Infusionsgeräte werden am Körper getragen und führen dem Körper durch eine unter der Haut liegenden Nadel über den Tag hinweg Insulin zu. Eine erfolgreiche Behandlung mit der Pumpe setzt allerdings auch einen sachgemäßen Umgang mit dem Gerät voraus. Dazu gehört die regelmäßige Reinigung. Wer die Insulinpumpe nicht richtig säubert, läuft Gefahr, ernsthaft zu erkranken. Dieses Risiko hat die 20-jährige Carolina maßlos unterschätzt.

Die in South Carolina lebende junge Frau hat Typ-1-Diabetes und trägt dafür eine Insulinpumpe. Doch weil sie diese nicht wie empfohlen mit einem Alkoholtupfer reinigte, zog sie sich eine Infektion mit dem tödlichen Pilz Rhizopus oryzae, der typischerweise in Schmutz und verrottendem Material vorkommt, zu. Als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, litt sie neben der fleischfressenden Infektion an ihrem linken Arm an einem septischen Schock und Organversagen.

Von da an begann ein Spießrutenlauf um Carolinas Leben: sie musste in ein medizinisch bedingtes Koma versetzt werden und fünf Operationen über sich ergehen lassen. Bei einer von ihnen starb sie sogar kurzzeitig.

Einzige Überlebende in den USA ohne Amputation

Carolina konnte ihren Arm nur behalten, weil die Ärzte es schafften die infizierten Stücke Fleisch an ihrem Arm zu entfernen.
Carolina konnte ihren Arm nur behalten, weil die Ärzte es schafften die infizierten Stücke Fleisch an ihrem Arm zu entfernen.
© action press

Carolina kann ihren Arm heute nicht mehr so bewegen wie früher, weil ihre Muskeln verkümmert sind, nachdem ihre Nerven in der Achselhöhle, Schulter und bis hinunter zum Ellenbogen herausgeschnitten werden mussten. Carolina verrät im Interview mit der britischen Zeitung "Metro": "Die Ärzte sagten mir, ich sei die einzige Überlebende dieser Pilzinfektion in den USA, bei der keine Amputation durchgeführt werden musste." Auch wenn die Ärzte diese Operation zwischenzeitlich ernsthaft in Erwägung zogen. Doch sie konnten ihren Arm retten, indem sie Stücke des infizierten Fleisches entfernten.

Heute weiß Carolina: "Ich hatte ein erstaunliches Team von Ärzten und Chirurgen, die an einem Strang zogen und mir das Leben retteten, weil es ein Rennen gegen die Uhr war." Die Soziologiestudentin am College of Charleston besteht darauf, dass die Infektion ihre Schuld war, weil sie ihre Pumpe nicht richtig gesäubert hatte. Deshalb will sie nun das Bewusstsein für die Reinigung von Insulinpumpen unter Diabetes Erkrankten stärken.

„Ich habe mich nicht so sehr um meine Gesundheit gekümmert"

Wenn Carolina eines durch ihre Nahtoderfahrung lernen konnte, dann besser auf ihre Gesundheit zu achten. Sie sagt: "Ich war vorher auf einem ziemlich destruktiven Weg und habe mich nicht so sehr um meine Gesundheit gekümmert. Das Erlebnis erinnerte mich wirklich an die eigene Sterblichkeit. Das war für mich eine wichtige Erkenntnis, um die kleinen Dinge schätzen zu lernen."