Medizinisches Gerät zur Insulintherapie

Gesundheitslexikon: Insulinpumpe

27. August 2019 - 13:24 Uhr

Insulinpumpe - bequeme Insulinversorgung für Diabetiker

Von der Insulinpumpe haben besonders Typ 1 Diabetiker mit Sicherheit schon gehört. Das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin versorgt die Zellen mit Glucose und ist damit am Zellstoffwechsel beteiligt, der für den Körper lebenswichtig ist. Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin, oder entwickeln die Körperzellen eine Insulinresistenz, stellt dieser Zustand unbehandelt eine lebensbedrohliche Situation dar. Bei Diabetes mellitus ist die Insulinwirkung gestört. Zucker gelangt deshalb unzureichend in die Zellen, während sich der Blutzuckerspiegel erhöht. Typ-1-Diabetiker produzieren bereits von Geburt an wenig Insulin und müssen deshalb früh Insulin spritzen. Eine Option für die Insulintherapie stellt die Insulinpumpe dar.

Was ist eine Insulinpumpe?

Insulinpumpen entsprechen medizinischen Geräten zur Insulinpumpentherapie, bei der ein Insulinpräparat statt mittels Spritze oder Pen über eine programmierbare Pumpe geringer Größe ins Gewebe abgegeben wird. Die Pumpe enthält einen Katheter und eine Injektionsnadel und wird dauerhaft getragen. Unter bestimmten Umständen kann diese jedoch auch kurzweilig abgelegt werden. Die Insulinpumpentherapie spielt als Therapieform vor allem für Typ-1-Diabetiker eine Rolle, da ihre Bauchspeicheldrüse von Anfang an kein oder kaum Insulin produziert. Seltener erhalten Typ-2-Diabetiker oder Schwangerschaftsdiabetespatienten eine implantierte Insulinpumpe. Deutschlandweit sind mehr als 50.000 Diabetiker mit der Pumpentechnik versorgt.

Wie funktionieren Insulinpumpen?

Wie bei der intensiviert konventionellen Insulintherapie gilt auch bei der Pumpentherapie das Basis-Bolus-Prinzip. Eine sogenannte Basalrate deckt den Insulingrundbedarf. Individuelle Boli regeln Mahlzeiten und Korrekturen. Im Reservoir trägt die Pumpe entweder Normalinsulin oder schnellwirkendes Analoginsulin. Mittels eines spritzenähnlichen Kolbens wird das Reservoir befüllt. Auch fertige Insulinampullen können zum Einsatz kommen. Das Reservoir besitzt ein Fassungsvermögen zwischen 1,5 und drei Millilitern und kann damit 150 bis 300 Einheiten Insulin aufnehmen. In kleinen und gleichmäßigen Abständen gibt die Pumpe das Insulin ins Gewebe ab und erzielt damit eine kontinuierliche Wirkung. Programmierbar ist die Basalrate pro Stunde oder gar halber Stunde.

Was leisten Insulinpumpen?

Mittlerweile bieten Insulinpumpen Funktionen wie:

  • Multibasalratenprogrammierung zur Anpassung der Basalrate an den physiologisch unterschiedlichen Insulinbedarf während Tag und Nacht.
  • Basalratenprofile zur Insulinanpassungen an Sportbelastungen, Wochenenden und Arbeitstage sowie Reisen.
  • Bolusoptionen zur Abgabe von Insulinboli unter Beachtung des glykämischen Index vor und bei Mahlzeiten.
  • Bolusrechner, der über die aktuellen Blutglucosewerte, den Zielwert und die tagesabhängige Insulinempfindlichkeit die individuelle Insulindosis ermittelt.
  • Funk- oder Bluetooth-Schnittstellen zur Kommunikation mit Blutzuckermessgeräten, Fernbedienungen oder Personalcomputern.
  • Fernbedienung zur bequemen Bolusgabe-Einstellung, während die Pumpe in der Halterung sitzt.
  • Messsensor, der die Pumpe bei zu niedrigen Werten für gewisse Zeit stoppt

Wie sieht die Zukunft der Insulinpumpe aus?

Die Insulinpumpe ist für Diabetiker ein sicherer und bequemer Weg der Insulinversorgung. Dank der modernen Technologie sind Insulinpumpen mittlerweile längst dazu in der Lage, die Lebensqualität von Diabetikern deutlich zu verbessern. Nichtsdestotrotz befinden sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch revolutionärere Lösungen in der Entwicklung. Eine davon ist die künstliche Bauchspeicheldrüse, die über einen Regelalgorithmus einen geschlossenen Regelkreis aufbaut. Über einen permanent messenden Glucose-Sensor erhält die künstliche Bauchspeicheldrüse kontinuierlich Informationen zu den Gewebezuckerwerten, um auf deren Basis die Insulinzufuhr mittels Pumpe vollautomatisch zu regeln.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über medizinische Geräte, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Gerät sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.