Neue Gebühren bei DHL, UPS, Hermes & Co.

Seit 1. Juli: Darum werden jetzt bei vielen Paketen 6 Euro an der Haustür fällig

Nicht nur bei DHL werden bestimmte Pakete am 1. Juli teurer.
Nicht nur bei DHL werden bestimmte Pakete am 1. Juli teurer.
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02. Juli 2021 - 10:13 Uhr

Service-Pauschale jetzt auch bei niedrigpreisigen Bestellungen

Sie bestellen gerne Online-Ware aus China, den USA oder Großbritannien? Dann sollten Sie eine wichtige Neuerung seit dem 1. Juli kennen, damit es bei Annahme der Pakete an der Tür bald keine böse Überraschung gibt. Denn ab dann verlangen Beförderungsunternehmen wie DHL, Hermes und Co. auch bei niedrigpreisigen Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland eine zusätzliche Service-Pauschale vom Empfänger.

Online-Bestellung aus dem Ausland: Das müssen Kunden jetzt wissen

Die neuen Gebühren fallen aufgrund einer Änderungen im Rahmen des sogenannten Mehrwertsteuer-Digitalpakets für den grenzüberschreitenden Onlinehandel an. Bisher konnten Kleinsendungen bis zu einem Wert von 22 Euro steuerfrei importiert werden. Doch ab dem 1. Juli fällt dieser Freibetrag weg. Die Abschaffung dieser Wertgrenze soll Wettbewerbsnachteile für heimische Unternehmen beseitigen, wie das Hauptzollamt Frankfurt in einer Pressemitteilung erklärt.

Zukünftig müssen Sie sich also auch bei Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 22 Euro auf zusätzliche Zoll-Gebühren einstellen. Diese anfallenden Einfuhrabgaben streckt das beauftragte Beförderungsunternehmen in den meisten Fällen erst einmal vor. Heißt: DHL, DPD und Co. zahlen die fälligen Gebühren an den Zoll und holen sich diese – wie es jetzt schon bei Sendungen über 22 Euro üblich ist – bei Ihnen zurück. Das passiert entweder bei der Zustellung an der Haustür oder wenn Sie Ihr Paket in der Filiale abholen.

Dabei gibt es jedoch Ausnahmen: "Wenn der Warenwert so gering ist, dass die darauf anfallende Einfuhrumsatzsteuer weniger als 1 Euro beträgt – also bis 5,23 Euro – verzichtet der Zoll auf die Erhebung der Abgaben", heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Post. Bestellen Sie also zum Beispiel in den USA ein Buch, das 5,10 Euro kostet, zahlen Sie keine Zusatz-Gebühren.

Eine weitere Ausnahme: Viele Online-Händler wie Amazon, Ebay, Zalando, oder H&M erheben bereits bei der Bestellung die Mehrwertsteuer und führen diese an das jeweilige EU-Land ab. Auch dann entfällt für Sie die zusätzliche Gebühr an der Haustür.

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Darum zahlen wir zusätzlich 6 Euro Service-Pauschale an der Tür

Was Verbraucher dringend beachten sollen: Neben der Einfuhrabgabe gibt es noch die sogenannte Service-Pauschale. Diese wird nochmal zusätzlich vom Kunden an den Paket-Zusteller gezahlt. Sie beträgt in der Regel sechs Euro und wird verlangt, weil das Zusteller-Unternehmen die Anmeldung beim Zoll und die Zahlung der Einfuhrabgaben für den Kunden vorab übernommen hat.

Die Service-Pauschale ist in Deutschland zwar nicht neu, bisher betraf sie allerdings nur Bestellungen mit einem Warenwert von über 22 Euro. Auch in anderen Länder seien solche Service-Pauschalen üblich, erklärt die Deutsche Post in der Pressemitteilung weiter. In Österreich und den Niederlanden lägen diese derzeit bei zehn Euro oder darüber.

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