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Depression in der Schwangerschaft: Wie Sie die Symptome erkennen - und Hilfe finden

Schwangere Britney Spears spricht offen über ihre Erfahrungen

Depression in der Schwangerschaft: Wie Sie die Symptome erkennen - und Hilfe finden

Versteckt Britney Spears hier ihren Babybauch? Baby one more time!
00:39 min
Baby one more time!
Versteckt Britney Spears hier ihren Babybauch?

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Depressionen in der Schwangerschaft werden oft nicht erkannt, verdrängt oder als Hormonschwankung abgetan. Dass Frauen sich während der Schwangerschaft zeitweise niedergeschlagen, erschöpft oder launisch fühlen, kommt vor. Doch auch Selbstzweifel oder ständige Ängste können eine Schwangere überkommen. Das kennt auch Pop-Star Britney Spears, die gerade ihre Schwangerschaft mit Baby Nummer drei verkündet hat . "Als ich schwanger war, hatte ich perinatale Depressionen. Ich muss sagen, es ist absolut schrecklich", gibt Sie auf Instagram bekannt. Sie sei jedoch froh darüber, dass die Erkrankung nun nicht länger ein Tabu-Thema sei.

Was kann man also tun, wenn schlechte Laune, Niedergeschlagenheit und Angst in der Schwangerschaft zum Dauerzustand werden? Wir erklären, wie man eine Schwangerschaftsdepression erkennt – und was man dagegen tun kann. Denn die gute Nachricht lautet: Experten schätzen die Erkrankung als gut behandelbar ein.

Mehr als nur Stimmungsschwankungen

Wenn eine Depression während der Schwangerschaft oder in den ersten Monaten nach der Geburt auftritt, spricht man von der sogenannten peripartalen (von lat. peri = „rund um“ und partus = „Geburt“) oder postpartalen (lat. post = „nach“) Depression. Im Volksmund wird oft auch von peri- oder postnataler Depression gesprochen.

Bei betroffenen Schwangeren wird die Vorfreude auf das Kind durch massiv negative Gedanken und Ängste getrübt – mitunter so schlimm, dass es ihnen den Schlaf raubt. Die eigene Erwartungshaltung, doch jetzt überglücklich sein zu müssen, erhöht dabei nur noch den Druck. Die Frauen haben dann oft das Gefühl, nicht gut genug für ihr Kind zu sein .

Verwandte, Bekannte und sogar Ärzte erkennen oft nicht, dass es sich bei diesen depressiven Zuständen nicht nur um hormonell bedingte Stimmungsschwankungen handelt, die "dann nach der Geburt schon verschwinden". Und häufig ist es dann so, dass es, wenn das Kind dann erst mal da ist, alles nur noch schlimmer wird.

Was sind die Symptome einer Schwangerschaftsdepression?

Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2001 wird geschätzt, dass etwa zehn Prozent aller Frauen während der Schwangerschaft von einer Depression betroffen sind. Die Schätzung zeigt bereits: Die Erkrankung ist keine Seltenheit!

Bei Betroffenen können dabei folgende Symptome auftreten:

  • Niedergeschlagenheit und Traurigkeit
  • Keine Freude mehr an Dingen, die normalerweise immer Freude bereitet haben
  • Appetitlosigkeit – oder im Gegenteil: starke Zunahme des Appetits
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Sorgen und Ängste
  • Stimmungsschwankungen und häufiges Weinen
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Was kann man bei einer Schwangerschaftsdepression tun?

Gegen eine Depression in der Schwangerschaft kann therapeutische Behandlung - beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe - Frauen helfen, ihre Ängste und Selbstzweifel zu überwinden. Auch ein körperliches Bewegungsprogramm kann hilfreich sein. Sprechen Sie auch mit Ihrem Gynäkologen und Ihrer Hebamme darüber.

Auch die Initiative Schatten & Licht e. V. ist eine Anlaufstelle für Frauen, die aufgrund einer peripartalen Depression Hilfe suchen. Aufnahmestellen für Mutter und Kind bei psychischen Erkrankungen finden Betroffene auch auf der Webseite der Marcé-Gesellschaft für Peripartale Psychische Erkrankungen e.V. , die unter anderem die Weiterentwicklung ambulanter und stationärer Behandlungskonzepte für Frauen mit schwangerschafts-assoziierten psychischen Erkrankungen fördert.

Lese-Tipp: Akute Hilfe bei Depressionen finden Sie auch bei den hier aufgelisteten Anlaufstellen .

Besteht eine genetische Vorbelastung Depressionen zu entwickeln, kann eine besondere Unterstützung nach der Entbindung helfen, mit den überwältigenden Gefühlen klar zu kommen und einer Wochenbettdepression vorzubeugen. Zu dieser Unterstützung zählen zum Beispiel: viel Schlaf, wenig Besuch und Unterstützung bei der Betreuung des Babys.

Immer auch ein Risiko für das ungeborene Kind

Eine Schwangerschaftsdepression ist immer auch ein Gesundheitsrisiko für das ungeborene Kind - man sollte sie also nicht unter den Tisch kehren, sondern sich therapeutische Hilfe suchen. Eine schwere Depression lässt sich notfalls auch mit Medikamenten behandeln – doch die Einnahme von Antidepressiva während der Schwangerschaft ist ein Risiko, da die Auswirkung auf das ungeborene Baby noch nicht ausreichend erforscht ist.