Strom & Gas werden immer teurer

Finanztest: So finden Sie den günstigsten Tarif

Heizen wird für viele Verbraucher teurer.
Heizen wird für viele Verbraucher teurer.
© imago images/Rene Traut, Rene Traut via www.imago-images.de, www.imago-images.de

04. November 2021 - 22:15 Uhr

Vergleichsportale im Vergleich

Die Energiepreise steigen immer weiter. Nicht nur viele Gasversorger haben gerade Preissteigerungen angekündigt, auch einige Stromanbieter verlangen von ihren Kundinnen und Kunden mehr Geld. Doch Verbraucher sind diesem Trend nicht schutzlos ausgeliefert: Sie können den Anbieter entweder selbst wechseln – oder wechseln lassen. Finanztest gibt Tipps, wie Sie den günstigsten Tarif finden und sparen.

So wurden die Vergleichsrechner getestet

Wer seinen Tarif selbst wechseln will, nutzt in der Regel Vergleichsrechner, um die günstigen Angebote zu finden. Laut Finanztest lohnt sich das vor allem bei einem regelmäßigen jährlichen Wechsel, denn oft werden im ersten Jahr Wechselboni oder andere Vorteile angeboten, die im zweiten Jahr wegfallen.

Das Magazin wollte wissen: Wie verbraucherfreundlich sind die Vergleichsportale? Dafür schaute es sich 46 Anbieter an, wovon die meisten allerdings Partnerseiten der Marktführer Check24 und Verivox sind. Deshalb wurden schließlich nur acht Anbieter mit eigenständiger Datenaufbereitung getestet – unter anderem darauf, ob wichtige Suchfilter wie für Ökostrom oder einen Sofortbonus vorhanden sind. Es wurde untersucht, welche Tarifinformationen die Nutzer erhalten, etwa ob der voraussichtliche Monatsabschlag angezeigt wird und die Energiequellen aufgeführt sind. Ebenso spielte die Transparenz eine Rolle: Wie werden zum Beispiel von der Plattform beworbene Tarife im Vergleich zu den nicht beworbenen Suchergebnissen dargestellt?

Die Testsieger und -verlierer

Das Ergebnis des Tests: Eher ernüchternd. Kein Anbieter schnitt gut ab, nur zwei waren mit der Note 2,8 befriedigend: die Marktführer Check24 sowie Verivox. Die anderen wurden nur mit "ausreichend" bewertet, die Website preisvergleich.de sogar nur mit "mangelhaft" (Note 4,8). Finanztest kritisiert bei vielen den Mangel an wichtigen Tarifinformationen und Transparenz. Auch die Datenschutzeinstellungen überzeugten die Tester oft nicht.

Ein wichtiger Tipp für die Nutzung der Portale: "Verwechseln Sie den monatlichen Abschlag nicht mit dem Durchschnittspreis", rät Finanztest. Der Durchschnittspreis ist oft niedriger, weil die Boni eingerechnet sind.

Lese-Tipp: Heizkosten senken – mit diesen Tricks sparen Sie bis zu 400 Euro im Jahr!

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Wechseldienste helfen beim Sparen

Eine Alternative zur selbstständigen Recherche auf Vergleichsportalen können Wechseldienste sein, die jährlich für Kundinnen und Kunden zu einem günstigeren Tarif wechseln. Dafür verlangen die Anbieter eine Provision.

In einem Langzeittest über zwei Jahre wollte die Stiftung Warentest herausfinden, wie zuverlässig sieben dieser Dienste funktionieren. Das Ergebnis: Der Anbieter Wechselpilot.com ist als einziger "sehr empfehlenswert", alle anderen immerhin "empfehlenswert". Alle geprüften Wechseldienste boten laut Finanztest günstige Tarifvorschläge an, organisierten den Wechsel und leiteten im zweiten Jahr deutlich vor Ablauf der Kündigungsfrist wieder einen Anbieterwechsel ein. Die Ersparnis im Test lag - trotz Provision - zwischen 57 Euro und 401 Euro im zweiten Jahr.

Wichtig zu wissen für Kunden: Sie können nicht alle Arbeit an die Wechseldienste abgeben. Bekommen sie zum Beispiel von ihrem Versorger eine Preiserhöhung zugeschickt, müssen sie diese an den Wechselhelfer weiterleiten. (dpa/rka)