Ablagerung schädlicher Proteine im Gehirn

Britische Studie: Negative Gedanken erhöhen das Demenz-Risiko

Negatives Denken kann die geistigen Fähigkeiten einschränken.
© dpa, Britta Pedersen, ped soe tba lof dna

12. Juni 2020 - 11:36 Uhr

Einschränkung kognitiver Fähigkeiten und Ablagerung schädlicher Proteine

Britische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass negatives Denken über einen längeren Zeitraum ein Risikofaktor für Demenzerkrankungen darstellt. Es kann die geistigen Fähigkeiten einschränken und für die Ablagerung gefährlicher Proteine im Gehirn sorgen.

Analyse negativer Denkmuster wie Zukunftsängste

Forscher vom University College in London haben für ihre Studie 360 Probanden, die 55 Jahre oder älter waren, zwei Jahre lang dazu befragt, wie sie mit negativen Denkmustern wie Zukunftsängste oder Nachdenken über die Vergangenheit zurechtkommen. Außerdem untersuchten die Forscher Angstzustände und Depressionen bei den Studienteilnehmern. Für die Analyse wurden bei der Hälfte der Personen Hirn-Scans durch PET ("Positronen-Emissions-Tomographie") durchgeführt, um die Ablagerung von Tau und Amyloid zu messen. Diese beiden Proteine sind für Alzheimer, die häufigste Demenzerkrankung, verantwortlich.

Bei negativ denkenden Probanden fanden die Forscher die schädlichen Proteine

Laut Studienleiterin Natalie Marchant von der Psyichatrischen Fakultät des University College London war bereits bekannt, dass Angstzustände und Depressionen im fortgeschrittenen Alter ein Risiko für eine Demenzerkrankung darstellen: "Jetzt haben wir herausgefunden, dass gewisse Denkweisen, die zu Depressionen und Ängsten führen, die zugrundeliegenden Faktoren für die Entwicklung einer Demenz sein können." Bei Probanden, die häufig negative Gedanken hatten, fanden die Forscher vermehrt die Ablagerung der schädlichen Proteine, Gedächtnisschwund und kognitive Störungen.

Forscher empfehlen Meditation zur Vorbeugung

Um negativen Gedanken entgegenzuwirken, hilft es laut Marchant und Kollegen, mentales Training wie Meditation in den Alltag zu integrieren, um positive Denkmuster zu fördern. Laut der Forscher sollte die Entspannungsform im Gesundheitssystem verankert werden – eben nicht nur, um akut das geistige Wohlbefinden zu verbessern, sondern auch, um langfristigen Folgen wie Demenz vorzubeugen.