"Jeder, der das Coronavirus für Unsinn hält, kann meinen armen Sohn anschauen"

Damien (8) liegt auf der Intensivstation – Vater appelliert an Corona-Leugner

Corona -Patienten  am Universitätsklinikum Leipzig
© dpa, Waltraud Grubitzsch, wg kno

04. Dezember 2020 - 9:43 Uhr

Mit Corona auf der Intensivstation: Kleiner Damien aus Lüttich kämpft um sein Leben

"Jeder, der das Coronavirus für Unsinn hält, kann meinen armen Sohn anschauen" – mit diesem emotionalen Appell richtet sich Emile Collin an die Facebook-Community. Er ist der Vater des kleinen Damien. Der 8-Jährige hatte sich vor einem Monat mit Sars-CoV-2 infiziert. Seit diesem Wochenende liegt er auf der Intensivstation und kämpft um sein Leben.

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Vater des kleinen Damien: "Ich würde alles tun, um seinen Platz einzunehmen"

Vergangene Woche stellte Emile Collin aus dem belgischen Lüttich ein Foto seines Sohnes in einem Krankenhausbett online. Seitdem wurde es mehr als 20.000 Mal geteilt. Zu dieser Zeit war Damien noch auf der regulären Corona-Station im Krankenhaus und kämpfte dort seit mehreren Tagen gegen eine heftige Reaktion seines Körpers auf das Coronavirus. "Als Eltern ist es schrecklich, sein Kind unter Schmerzen zu sehen", so der verzweifelte Vater er. "Sein Kampf könnte Monate dauern. Er ist sehr mutig, mein kleiner Mann. Ich bin stolz auf ihn. Ich würde alles tun, um seinen Platz einzunehmen." An die Leser gerichtet appelliert er: "Bitte pass auf dich auf, schütze dich und schütze die anderen. Dieses Virus schont niemanden, nicht einmal Kinder."

Kleiner Damien kämpft gegen Corona: Facebook-User sprechen Familie Mut zu

Eine Flut von Nachrichten auf Facebook folgte, um die Familie zu ermutigen – aber einen Tag später musste Collin berichten, dass sein Sohn in der Nacht von Freitag auf Samstag auf die Intensivstation gebracht worden war. "Hoffentlich ist es nur eine kurze Passage", sagte er. Warum sich Damiens Zustand verschlechtert hat, ist nicht bekannt.

Zweite Corona-Welle traf die Provinz Lüttich mit voller Wucht

Belgien zählt mit zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. In der Provinz Lüttich stieg die Zahl der Corona-Neuinfektionen stark an. Ende Oktober gerieten die dortigen Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze, konnten keine neuen Patienten aufnehmen. Mittlerweile scheinen aber strengere Corona-Maßnahmen anzuschlagen: Die Johns Hopkins Universität vermeldet für den 30. November 746 neue Corona-Fälle. Zum Vergleich: Ende Oktober waren es fast 24.000.

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