Ist das der nächste Durchbruch in der Corona-Forschug?

Wissenschaftler erfinden Nasenspray mit Super-Antikörpern

Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem.
Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem.
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27. Oktober 2021 - 17:49 Uhr

Erreger können nicht in den Körper eindringen

Ist das der nächste Durchbruch im Kampf gegen Corona? Wiener Wissenschaftler haben ein Nasenspray entwickelt, welches Sars-CoV-2-Erreger effektiv neutralisieren soll. Funktionieren soll das mit sogenannten Super-Antikörpern.

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Wiener Forscher entwickeln antivirales Nasenspray

In der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (kurz: PNAS) stellt das Wissenschafts-Team um Herta Steinkellner von der Universität für Bodenkultur in Wien das neue antivirale Nasenspray vor. Demnach könne der sogenannte IgA-Dimer (bestehend aus zwei Molekülen) das Coronavirus bis zu 240 Mal besser neutralisieren als Antikörper mit einfacher Struktur (Monomer). Denn: Steinkellner kombinierte zwei Antikörper-Moleküle des Typs IgA (Antikörper, die sowohl im Blut als auch in den Gewebsflüssigkeiten enthalten sind), die sich gegen das Corona-Virus richten.

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Nasenspray hindert Viren am Eintritt in den Körper

Steinkellner und ihr Team nutzten zur Herstellung ihrer Antikörper eine Tabakpflanze. Ein Bakterium half dann, die gewünschten Proteine zusammensetzt. Die daraus entstehenden IgA-Antikörper zählen zu einer Gruppe von Antikörpern, die bei einer Infektion eher früher entsteht. Sie werden vor allem in den Schleimhäuten der oberen Atemwege gebildet. Dort hemmen sie den Erreger. Bedeutet konkret: Ein Nasenspray würde die Antikörper direkt in die Nasenschleimhaut bringen und das Virus am Eintritt in den Körper, beziehungsweise an der Weiterverbreitung zu hindern.

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Spray kann und soll keine Impfung ersetzen

Verabreicht werden könnten die Antikörper "eher am Beginn" einer Corona-Erkrankung, um zu verhindern, dass die Viren schwerwiegende Schäden im Körper anrichten können, so die Wissenschaftler. Denkbar wäre aber auch ein Einsatz zur Vorbeugung, etwa bei besonders gefährdeten Personengruppen. Muss zum Beispiel jemand mit geschwächtem Immunsystem zum Arzt oder besucht eine Veranstaltung, könnte der Spray vorbeugend eingesetzt werden. "Es kann aber eine Impfung keinesfalls ersetzen", betont Steinkellner. Im nächsten Schritt plane man mit einem Kooperationspartner Studien an Tieren. (fge)

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