Neue Regeln für den Herbst beschlossen

Das bedeuten die Corona-Maßnahmen für Supermärkte, Restaurants und Geschäfte

13. August 2021 - 8:30 Uhr

Beschluss für Corona-Maßnahmen liegt RTL vor

Wie geht es im Herbst 2021 mit den Corona-Maßnahmen weiter? Darüber haben am Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten. Laut dem Beschluss müssen sich die Bürger auf einige Änderungen einstellen. Schnelltests werden ab dem 11. Oktober für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos sein, zumindest solange kein medizinischer Grund für die Ablehnung der Impfung vorliegt. Es gibt auch weitere Änderungen. Was in Zukunft für Sportveranstaltungen gilt, sehen Sie oben im Video.

Weniger Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene

Für viele Betriebe und Unternehmen, die von den Corona-Maßnahmen voll erwischt wurden, geht es jetzt schlichtweg ums Überleben. Im Video berichten Gastronomen gegenüber RTL, wie stark im Sommer die Umsätze eingebrochen sind. Markus Söder macht jetzt Hoffnung: Einen Lockdown soll es nämlich nicht mehr geben, stellt Bayern Ministerpräsident Markus Söder klar – zumindest "auf keinen Fall für zweifach Geimpfte".

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Im Video: Gastro- und Hotel-Betriebe unter Druck

Fest steht: Wer im Herbst ein Restaurant oder Kino besuchen möchte, sollte auf jeden Fall seinen Impfnachweis dabei haben. In der Regel genügt ein digitaler Impfnachweis, den man in der CovPass-App oder Corona-Warn-App hinterlegen und bei Bedarf auf dem Smartphone vorzeigen kann. Der Impfnachweis garantiert einen unkomplizierten Eintritt in alle Geschäfte und Einrichtungen – so haben es Bund und Länder beschlossen.

Der Druck auf Nicht-Geimpfte steigt stetig. Bereits jetzt haben zum Beispiel Bundesligavereine wie der 1. FC Köln angekündigt, nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion zu lassen. Aus 3G wird 2G, Getestete erhalten keinen Eintritt mehr. Ausnahmen soll es nur noch für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren sowie für aus medizinischen Gründen von der Impfung ausgeschlossene Personen gelten. Dem Beispiel könnten im Herbst auch weitere Unternehmen folgen. Großveranstaltungen nur noch für Geimpfte und Genesene – laut dem Verband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft sei das der einzige Weg zurück in die wirtschaftliche Normalität.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte bei der Pressekonferenz, dass der Staat es privaten Veranstaltern nicht verbieten werde, nur noch Geimpften und Genesen den Zutritt zu erlauben. Jeder Händler, Gastronom oder Kinobetreiber kann also selbst entscheiden, ob er nur Geimpfte und Genesene in seinen Laden hineinlässt, oder auch Getestete. Als staatliche Vorgabe gilt aber weiterhin die 3G-Regel.

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Schnelltests werden kostenpflichtig

Ab dem 11. Oktober wird der Staat keine Kosten mehr für Schnelltest übernehmen. Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests nicht vorgesehen und sei nicht gerecht. Berlin regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) findet: "Wer dieses Angebot nicht wahrnimmt, kann nicht damit rechnen, dass die Solidargemeinschaft das finanziert."

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte dazu heute im RTL-Interview: "Wenn man das Geld nicht bezahlen will, muss man sich halt impfen lassen oder man muss demnächst leben wie ein Einsiedler, das ist die Wahrheit."

Für Personen, die nicht geimpft werden können und für die es keine allgemeine Impfempfehlung gibt, also zum Beispiel Schwangere sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, wird es aber weiterhin die Möglichkeit zum kostenlosen Schnelltest geben, heißt es in dem Beschluss.

Inzidenz nicht mehr einziger Richtwert für Maßnahmen

Laut dem Beschluss werden "Bund und Länder alle Indikatoren, insbesondere die Inzidenz, die Impfquote, und die Zahl der schweren Krankheitsverläufe sowie die resultierende Belastung des Gesundheitswesens berücksichtigen, um das weitere Infektionsgeschehen zu kontrollieren". Die Inzidenz wird also in Zukunft nicht der einzige Richtwert für Lockerungen oder Beschränkungen sein.

Eine wichtige Grenze gibt es aber weiterhin: Liegt die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35, können die Bundesländer die 3G-Regel ganz oder teilweise aussetzen. Dann bräuchte man keinen Impfnachweis oder Test mehr, um zum Beispiel die Innengastronomie zu besuchen. Das ist auch möglich, wenn das Indikatorensystem eines Bundeslandes - das beispielsweise auch die Hospitalisierung mit einbezieht - ein ähnlich niedriges Infektionsgeschehen anzeigt. Ob die 3G-Regel notwendig ist, soll mindestens alle vier Wochen überprüft werden.

Besondere Regeln für Feiern, Clubs und Großveranstaltungen

Bars, Clubs und Großveranstaltung gelten nach wie vor als Bereiche mit einem besonders hohen Risiko für Superspreading. Die Betreiber und Veranstalter müssen dem zuständigen Gesundheitsamt deshalb ein besonderes Hygienekonzept vorlegen. Also sind in Zukunft ausschweifende Partys in Clubs erlaubt, solange alle getestet oder geimpft sind? Nicht unbedingt, auch weitere Einschränkungen sind möglich. In dem Beschluss heißt es: "Die Länder und Kommunen werden weiterhin ergänzend zur 3G-Regelung durch einschränkende Regelungen oder situationsbezogenen Entscheidungen im Einzelfall die zulässige Teilnehmerzahl und den Zugang begrenzen, wo dies erforderlich ist."

Bei Sportgroßveranstaltungen dürfen in Zukunft maximal 50 Prozent der Plätze belegt werden, in keinem Fall aber mit mehr als 25.000 Zuschauern.

Ob Kino, Restaurant oder Ladengeschäft – die Betreiber und Kunden werden sich wohl auf einen Herbst ohne Lockdown einstellen können, auch wenn die Corona-Zahlen wieder stark steigen sollten. Für Ungeimpfte könnte das in Zukunft aber teuer werden. (aze/rcl)

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