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Corona-Regeln an Schulen: Was sich bei Maskenpflicht und Tests ändern soll

In welchen Bundesländern gibt es neue Regeln für Schüler und Lehrer?

Bundesbildungsministerin: "Lockerungen an Schulen müssen kommen"

Ein Schüler hält bei einem Probelauf mit Corona-Schnelltests an einer Grundschule seinen negativen Test in die Kamera.
Statt in der Schule können sich Grundschüler in NRW bald zu Hause auf das Corona-Virus testen.
deutsche presse agentur

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat sich erneut für Corona-Lockerungen an Schulen ausgesprochen. Niedersachsen hebt die Test- und Maskenpflicht auf. Auch an Schulen in NRW gibt es Änderungen. Aber: Kommen die Lockerungen noch zu früh?

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Bundesbildungsministerin will "behutsame" Lockerungen

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat sich für eine vorsichtige Aufhebung von Corona-Maßnahmen an Schulen ausgesprochen. „Lockerungen in den Schulen müssen kommen“, so die FDP-Politikerin. Sie betont jedoch, man müsse „behutsam“ vorgehen, sonst könnte der Präsenzunterricht gefährdet werden.

Bei deutlich sinkenden Corona-Zahlen sollte ihrer Ansicht nach „regional differenziert und unter Berücksichtigung der Impfquote von Kindern und Jugendlichen“ gelockert werden. Sie schlägt beispielsweise „reduziertes Testen und das Abnehmen der Maske am Platz“ vor.

Stark-Watzinger rief aber auch zur Vorsorge für das neue Schuljahr auf. Es brauche auch im Frühling und Sommer niedrigschwellige Impfangebote an den Schulen. Darüber hinaus müsse die Digitalisierung der Schulen dringend beschleunigt werden. Für Schulen sind die Bundesländer selbst zuständig.

Damit stößt die Bildungsministerin auch auf Kritik. Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, sagt im RTL-Interview, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen sei. „Wir haben immer noch viele Schulen, die nur zu zwei Drittel besetzt sind, weil der Rest der Kinder Corona hat oder in Quarantäne ist“, sagt Finnern. Regelmäßige Tests und Maskenpflicht seien daher weiterhin sehr wichtig. „Im Moment ist es noch zu früh, um darüber nachzudenken, diese Hygienemaßnahmen fallen zu lassen“, glaubt die ehemalige Lehrerin. Das ganze Interview sehen sie unten.

Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft im RTL-Interview

„Im Moment ist es für Lockerungen noch zu früh." Maike Finnern im RTL Interview
08:25 min
Maike Finnern im RTL Interview
„Im Moment ist es für Lockerungen noch zu früh."

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Masken- und Testpflicht an Schulen fällt in Niedersachsen stufenweise

Niedersachsen gibt nun gerade diese Maßnahmen auf. Stufenweise sollen sowohl die tägliche Testpflicht als auch die Maskenpflicht im Unterricht entfallen. „Wir erleichtern den Schulalltag, schmeißen die Sicherheit aber nicht achtlos über Bord“, teilte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mit.

Ab 7. März wird die Testfrequenz reduziert, Anfang Mai müssen sich Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen nicht mehr testen lassen. Die Testpflicht in Kindertagesstätten wird vorerst bis zum 20. März verlängert, was danach passieren soll, wurde noch nicht entschieden.

Die Masken fallen ab dem 21. März zunächst nur bei Grund- und Förderschülern. Bis Anfang Mai müssen dann alle Kinder und Jugendliche in NRW den Mundschutz nur noch auf den Gängen tragen. Auf eigenen Wunsch können die Schüler aber auch darüber hinaus weiterhin eine Maske tragen. In allen Lockerungsstufen soll zudem gelten, dass im Falle eines Corona-Falls in einer Klasse oder Lerngruppe diese dann für fünf Tage die Maske auch wieder am Platz tragen muss.

Auch der Klassenfahrt steht jetzt nichts mehr im Wege: Mehrtägige Schulfahrten mit Übernachtung sollen den Angaben zufolge nach den Osterferien wieder möglich sein.

Neue Schulteststrategie in NRW

Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin in Nordrhein-Westfalen. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild
Schulministerin Yvonne Gebauer stellte am Donnerstag die neue Strategie für Schulen in NRW vor.
deutsche presse agentur

Für Grundschüler in Nordrhein-Westfalen steht ein Kurswechsel beim Corona-Testverfahren an: Ab 28. Februar sollen sie drei Mal pro Woche einen Corona-Selbsttest zu Hause machen, wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) mitteilte. Eltern müssten einmalig schriftlich versichern, dass ihre Kinder am Testverfahren daheim teilnehmen. Die Tests sollen kostenfrei von den Schulen ausgegeben werden und sind größtenteils freiwillig. Eine Testpflicht besteht nur noch, wenn die Schüler nicht geimpft oder genesen sind. Man setzte damit stärker auf die Eigenverantwortung und Kooperation der Eltern, entlaste Familien und Grundschulen, betonte die Ministerin. In Einzelfällen können die Tests aber auch weiter innerhalb der Grundschulen vorgenommen werden.

Die Änderung ist laut Gebauer auch eine Reaktion auf die wiederholte Kritik am Schul-Testverfahren des Landes, wie RTL berichtete . Die Lehrergewerkschaft VBE sprach von einer „spürbaren organisatorischen Entlastung“. Das neue Verfahren werde Lehrkräften mehr Zeit für die pädagogische Arbeit geben, meinte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Eine höhere Sicherheit werde aber nicht erreicht.

An den weiterführenden Schulen bleibt es bei den drei Selbsttests pro Woche - die auch unverändert am Testort Schule erfolgen. In den Förderschulen seien ebenfalls keine Änderungen geplant.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte im Landtag, das Land habe nun ein Verfahren gewählt, das Verlässlichkeit biete und gleichzeitig bei der Unterrichtszeit entlaste. Aus der SPD-Fraktion kam hingegen Kritik: Der Landesregierung sei die Kontrolle über das Testregime aus der Hand geglitten, monierte der schulpolitische Sprecher Jochen Ott. Die Eltern seien „nunmehr mit den schlechteren Schnelltests auf sich alleine gestellt“.

Auch Lehrkräfte, Schulpersonal und die restliche Schülerschaft können sich ab dem 28. Februar über Lockerungen bei der Testpflicht freuen: Getestet werden müssen dann nur noch Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, wie Gebauer ankündigte. Freiwillige Tests seien aber weiterhin möglich.

Weitere Maßnahmen im Schulbereich seien derzeit nicht geplant. Man werde aber „gegebenenfalls nachsteuern“, je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens in NRW, sagte die FDP-Politikerin.

Lockerungen auch an Schulen in Norddeutschland

Auch Schüler in Norddeutschland können sich über Lockerungen freuen. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg kündigten in den letzten Tagen ebenfalls eine Entschärfung der Maßnahmen an.

In Schleswig-Holstein soll spätestens zu Beginn der Osterferien Anfang April die Maskenpflicht aufgehoben werden. „Das ist der späteste Zeitpunkt, den wir von heute an sehen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther am Dienstag. Auch in Mecklenburg-Vorpommern soll die Maskenpflicht fallen. Ab dem 7. März müssen Schülerinnen und Schüler die Maske nur noch auf den Gängen tragen.

Für Hamburgs Schülerinnen und Schüler gelten mithin die strengsten Corona-Regeln der Stadt, sie müssen sich unter anderem drei Mal pro Woche testen lassen. Nun will Schulsenator Rabe angesichts sinkender Inzidenzen die Auflagen lockern - zumindest ein bisschen. „So wird zum Beispiel der Sportunterricht wieder ohne Einschränkungen erlaubt. Überdies sind jahrgangsübergreifende Kurse und jahrgangsübergreifende Schülerbegegnungen in der Schule wieder zulässig“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Donnerstag. Alle anderen Einschränkungen bleiben mindestens bis zum Ferienstart am 5. März bestehen. Hamburgs Kinder müssen also im Unterricht weiterhin eine Maske tragen. Nach den Märzferien soll die Lage dann neu bewertet werden.

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