B.1.525 in Berlin nachgewiesen

Neue Corona-Variante in Deutschland - ist sie gefährlicher als die anderen?

Die Mutation B.1.525 ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden.
Die Mutation B.1.525 ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden.
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10. März 2021 - 11:03 Uhr

Ist B.1.525 ansteckender als andere Mutationen?

Die neue Corona-Mutation B.1.525 ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Da die Variante die Eigenschaften anderer Mutationen vereint, könnte es möglich sein, dass B.1.525 ansteckender ist als die anderen Varianten. Im RTL-Interview schätzen der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs und Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht die Gefahr ein. Dr. Spechts Meinung: Die aktuelle Immunabwehr könne dauerhaft nicht gegen Mutationen ankommen.

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Viren vermehren sich massiv - das führt zu Veränderungen

Erstmals wurde die Variante B.1.525 in Großbritannien nachgewiesen. Das liege vor allem daran, dass die Briten Coronainfektionen gezielt auf Mutationen überprüfen und das schon viel früher als die Deutschen, meint Dr. Specht. Diese Variante gibt es nun in fast 20 Ländern und wurde rund 300 Mal nachgewiesen – nun auch in Deutschland.

"Vom Prinzip muss man sich das so vorstellen, dass sich die Viren versuchen zu verbreiten und alles, was dazu dient, ist gut für sie. Es ist so, dass die Viren sich massiv vermehren und per Zufall solche Veränderungen rauskommen", so Dr. Christoph Specht gegenüber RTL.

Ist die neue Variante vielleicht also gefährlicher, weil sie eine Kombination aus verschiedenen Mutationen ist? Möglicherweise, meint Prof. Ulrich: "Die Kombination der Mutationen der einzelnen Varianten könnte zu einer stärkeren Veränderung des Spike-Proteins geführt haben mit der Folge, dass die durch Impfung erzeugten Antikörper in der Immunabwehr schlechter sind." Ein Impfstoff könnte demnach bei einer solchen Mutation im schlimmsten Falle nicht so gut anschlagen. Doch aktuell seien das reine Spekulationen, denn bisher würden alle vorhandenen Impfstoffe gut reagieren, so Prof. Ulrich.

Virus versucht, der Immunabwehr auszuweichen

Das Virus versuche, entweder schneller in die Zellen eindringen zu können oder sich schneller von Mensch zu Mensch zu übertragen. Außerdem versuche es der Immunabwehr – also beispielsweise durch Impfung oder durchlaufene Infektion – auszuweichen. "Also wenn jemand eine Infektion hatte, dann muss sich das Virus verändern, um neu angreifen zu können", so Dr. Specht. Das scheint die neue Variante zu tun. Deswegen gehen Experten aktuell davon aus, dass die Variante B.1.525 nicht nur infektiöser ist als andere, sondern auch der Immunabwehr besser ausweichen kann.

"Jetzt ist es aber nicht so, dass die Geimpften komplett schutzlos sind. Man muss aber davon ausgehen, dass die Immunabwehr gegen diese Variante etwas schlechter ist." Während Neuninfektionen mit dem gleichen Virus also gar nicht stattfinden, könne eine Infektion mit der neuen Variante möglich sein. "Nach der Impfung hat man aber auch hier keine Null-Schutz", so Dr. Specht. Vermutlich würden die Symptome aber deutlich schwacher ausfallen.

Mit Blick auf die Zukunft sagt Dr. Christoph Specht aber auch, dass die Impfstoffe immer weiter angepasst werden müssen, weil es immer wieder neue Variationen geben wird. "Irgendwann wird es Variationen geben, da würde die Immunabwehr von heute, also die Impfung, nichts mehr ausrichten." Das sei aber nichts außergewöhnliches und geschehe in der Regel auch nicht sprunghaft, so dass der Impfstoff nach und nach angepasst werden könne.

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