Beinahe hätte er sogar sein Leben gelassen

Nach schwerer Covid-19-Erkrankung: Mann verliert fast alle Finger

Greggs Geheimrezept: Er habe nie die positive Einstellung verloren!
© Gregg Garfield

05. August 2020 - 11:17 Uhr

Ärzte gaben ihm ein Prozent Überlebenschance

Seine Finger für sein Leben – das ist ein Preis, den Gregg Garfield gerne zahlt. Denn dass der 54-Jährige, der sich Ende Februar bei einem Skiurlaub in Italien mit dem Coronavirus infizierte, überlebt hat, ist für seine Ärzte ein riesiges Wunder. Dabei hatte er keinerlei Vorerkrankungen und musste dennoch wegen des heftigen Verlaufs der Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus. Für 64 Tage.

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Die jetzige Pandemie steckte noch in den Kinderschuhen, als Gregg sich infizierte

Als Gregg mit ein paar Freunden in Val Gardena in Norditalien Skifahren war, ahnte er noch nichts von der weltweiten Pandemie, die auch sein Schicksal verändern würde. Erst als er grippeartige Symptome im Urlaub bemerkte, machte seine Freundin AJ ihn darauf aufmerksam, dass ein neuartiges Virus ausgerechnet in Norditalien mehr und mehr Leute krank macht.

Als Gregg wieder zu Hause im kalifornischen Studio City war, dann die Gewissheit: Er (und alle seine 12 Begleiter im Skiurlaub) hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. In der häuslichen Quarantäne verschlechterte sich Greggs Zustand so sehr, dass er für 64 Tage ins Krankenhaus kam. 31 Tage davon musste er künstlich beatmet werden.

„Du bist ein Wunder. Medizinisch gesehen solltest du gar nicht mehr hier sein“

Gregg erlitt eine Nekrose.
Seine Finger wurden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Gregg erlitt eine Nekrose.
© Gregg Garfield

Die Ärzte des Providence Saint Joseph Medical Center in Burbank, in dem Gregg Anfang März der "Patient Zero", also der allererste Covid-19-Patient, war, gaben ihm nur eine einprozentige Überlebenschance. Während des Krankheitsverlaufs traten mehr und mehr Komplikationen infolge der Infektion auf: Nierenversagen mit daraus resultierender Dialyse, Leberschäden, eine  Lungenembolie, eine MRSA-Infektion und eine Sepsis.

Seine Ärzte stellten bald fest, dass Finger und Zehen nicht mehr mit ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Sie färbten sich langsam schwarz. Dennoch kämpfte Gregg sich zurück ins Leben, lernte wieder sprechen, schlucken, laufen. "Mein Neurologe sah mich an und sagte: 'Du bist ein Wunder. Medizinisch gesehen solltest du gar nicht mehr hier sein'", erinnert sich Gregg im Gespräch mit "Daily Mail".

Nach 64 Tagen wird Gregg aus dem Krankenhaus entlassen – unter tosendem Applaus des Krankenhauspersonals. "Diese Verabschiedung war für mich surreal. Es war eine der verrücktesten Erfahrungen meines Lebens", sagt er.

Gregg appelliert: „Tragt eine Maske!“

Doch auch wenn Gregg die Infektion nicht mit seinem Leben bezahlt hat, die Nekrose an seinen Händen sorgt dafür, dass er seine Finger fast vollständig verliert. Ein Handchirurg amputiert die Finger der linken Hand ab dem Mittelknöchel sowie fünf Prozent des linken Daumens. An der rechten Hand müssen die Finger fast vollständig entfernt werden, ebenso wie die Spitze des Daumens. Weitere OPs sollen die Geschicklichkeit seiner Daumen wieder herstellen. An der rechten Hand soll eine Prothese her.

Gregg Garfield hofft nun, mit seiner Geschichte auch die letzten Corona-Leugner zu überzeugen. "Das Virus ist kein Witz. Ich hatte keinerlei Vorerkrankungen, ich bin Mountainbike gefahren, spiele Golf, fahre Rennautos, aber am Ende des Tages kann es jedem passieren." Daher hat Gregg vor allem ein Appell: "Tragt eine Maske!"

Überwältigende Spenden für Greggs Genesung

Die Familie von Gregg sammelt nun über "GoFundMe" Geld für die bisherigen und noch ausstehenden Krankenhauskosten. Das Ziel von 50.000 Dollar wurde mit bereits über 207.000 Dollar schon weit übertroffen. "Wir sind überwältigt von eurer Großzügigkeit, Danke!", schreibt Greggs Schwester Stephanie auf der Kampagnenseite. "Gregg blickt freudig auf seine mit der Zeit wohl vollständige Genesung und hat vor, die Großzügigkeit zurückzugeben und überschüssige Spenden zu nutzen, um anderen zu helfen."

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