Diese Lebensmittel kosten gerade besonders viel

Wegen Corona: Wird es jetzt immer teurer im Supermarkt?

10. Mai 2020 - 13:34 Uhr

Video: Corona-Preisvergleich in Supermarkt, Discounter & auf dem Markt

Beim Einkauf im Supermarkt hat man gerade das Gefühl, deutlich tiefer in die Tasche greifen zu müssen als sonst. Und das stimmt durchaus: Die Lebensmittelpreise sind deutlich gestiegen, wie aus Daten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn hervorgeht. In diesem April mussten Verbraucher für frische Lebensmittel fast zehn Prozent mehr zahlen als im April 2019. Doch nicht in jedem Fall ist die Corona-Krise der Grund für die Preiserhöhung, wie Hans-Christoph Behr von der AMI im Video erklärt.

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Diese Gemüsesorten sind besonders teuer geworden

Während Brokkoli im April 2020 ganze 62 Prozent und Blumenkohl 69 Prozent teurer war als im Vorjahresmonat, mussten Kunden für Zucchini sogar 92 Prozent mehr bezahlen. Es gibt aber auch Lebensmittel, bei denen sich derzeit sparen lässt: Speisekartoffeln sind im Vergleich zum April 2019 zwölf Prozent günstiger geworden, weil die Lager gut gefüllt sind. Wegen des Corona-Lockdowns bleiben Kartoffelbauern derzeit auf ihrer Ernte sitzen.

Durchschnittlich ist Gemüse im April 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat gut 26 Prozent teurer geworden. Für Obst mussten Kunden rund 14 Prozent mehr bezahlen.

Hinter der Preissteigerung steckt unter anderem ein Mangel an Erntehelfern wegen der Reisebeschränkungen. Denn diese sind wegen der Corona-Pandemie größtenteils gar nicht erst angereist oder aus Panik nicht mehr zurückzukommen direkt wieder abgereist, erklärt Hans-Christoph Behr von der AMI im RTL-Interview. Auch das Abreißen internationaler Lieferketten infolge des Corona-Lockdowns lässt die Preise steigen.

Diese Lebensmittel sind außerdem betroffen:

Anfang Mai wurden beim Discounter Aldi die Preise für Milch und Milchprodukte erhöht. 

Auch Fleisch- und Wurstprodukte, allen voran Schweinefleisch, sind in den vergangenen Wochen teurer geworden. Wegen des fehlenden Futters aufgrund der Dürre der vergangenen zwei Jahre mussten viele Landwirte ihre Tierbestände reduzieren. In der Corona-Krise schlage der fehlende Absatzmarkt für Restaurants und Kantinen nochmals durch. "Die Nachfrage ist so mau, da ist nichts los", erklärt AMI-Fleischmarktexpertin Mechthild Cloppenburg aus Berlin. Das wichtige Ostergeschäft und Feiern wie Kommunion oder Firmung fehlten - damit auch die Nachfrage nach Rinderfilet oder Roastbeef.

Beim Schweinefleisch, das im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent teurer geworden ist, wirke sich auch der coronabedingte Rückgang des Asiengeschäfts vor allem mit China aus. Die hohe Fleischnachfrage aus China hatte im vergangenen Jahr den Schweinemästern hohe Erzeugerpreise beschert. Aber wegen des Corona-Ausbruchs dort sei der Absatz gesunken. Inzwischen laufe aber das China-Geschäft langsam wieder an, sagte Ulrich Pohlschneider von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Damme bei Vechta. Die Landwirte bemerkten, dass wegen Corona auch innerhalb Europas der Warenfluss ins Stocken geraten sei, besonders nach Italien.

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TVNOW-Doku Folge 3: Was wir aus der Krise lernen

In der dritten Folge der TVNOW-Doku zum Coronavirus geht es um die Frage: Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind?

Quelle: DPA/RTL.de