RTL-Reiseexperte: "Warnungen sollten nicht ignoriert werden"

Türkei-Urlaub trotz Reisewarnung? Warum Sie sich das gut überlegen sollten!

01. August 2020 - 10:31 Uhr

Türkei als Corona-Risikogebiet eingestuft: Reisewarnung bis zum 31. August verlängert

Während für die meisten europäischen Länder inzwischen keine Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes mehr gelten, bleibt sie für über 160 Länder außerhalb Europas vorerst bis zum 31. August bestehen – auch für die Türkei. Aber was heißt die aktuelle Situation für deutsche Urlauber, die dort mitunter schon ihren Sommerurlaub gebucht haben, etwa im beliebten Side? Mit was man rechnen muss, wenn man trotz Reisewarnung auf eigenes Risiko in die Türkei fliegt, erklären wir im Video.

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Quarantäne-Regelung besteht nach wie vor

Die Bundesregierung stufte die Türkei kürzlich zusammen mit 130 weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet ein. Menschen, die aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen, müssen mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Allerdings können Urlauber aus der Türkei von der Quarantäneregelung befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Türkei habe die Kapazitäten, solche Corona-Tests durchzuführen. Das Land wirbt weiter um deutsche Touristen. Auf einer Pressekonferenz in Antalya zeigte sich Cavusoglu enttäuscht über die Einstufung als Corona-Risikogebiet: Es gebe dazu "keinen objektiven und wissenschaftlichen Grund".

"Warnung sollte nicht ignoriert werden"

Unser Reiseexperte Ralf Benkö gibt allerdings den Rat, die Warnung nicht unbedingt zu ignorieren: "Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot, dennoch sollte man sich das sehr überlegen, ob man sie ignorieren möchte. Denn das Robert-Koch-Institut hat die Türkei jetzt auch aufgrund der Infektionszahlen und Lage als Risikogebiet eingestuft.

Vielleicht gibt es in den nächsten Tagen und Wochen Reiseveranstalter, die Urlaubern anbieten, sie dennoch sozusagen auf eigenes Risiko in ihren Türkei-Urlaub zu fliegen. Das wäre nur auf freiwilliger Basis möglich, denn bei einer Reisewarnung müssen Pauschalveranstalter die Kunden in der Regel kostenfrei stornieren lassen, wenn sie das wollen."

Kurzfristig stehen die Chancen schlecht

Allerdings schließt Benkö eine Lockerung der Reisewarnung nicht aus: "Die Lage kann sich natürlich schnell verändern. Das erleben wir ja in den letzten Monaten immer wieder, dass es kurzfristig Verschärfungen, aber auch Lockerungen geben kann. Die türkischen Behörden und Hotels unternehmen jedenfalls viel, um Türkei-Urlaub wieder möglich zu machen. Kurzfristig stehen die Chancen auf Türkei-Urlaub aber noch schlecht."

Wer allerdings auf eigene Faust eine Reise in die Türkei unternehmen will, sollte sich des Risikos bewusst sein. Reiseexperte Ralf Benkö rät klar davon ab. "Denn für den Fall, dass etwas schief geht, sollte man in diesen Zeiten einen Veranstalter an seiner Seite haben, der dann hilft."

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