Beim Impfgipfel mit den Länder-Chefs

Merkel stellt Impfungen für Jugendliche in Aussicht - fürchtet "schwierige Situation an Grundschulen"

29. April 2021 - 9:07 Uhr

Kanzlerin geht von Biontech-Impfungen für Jugendliche ab Sommer aus

Ab Sommer sollen Biontech-Impfungen für Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren möglich sein. Das hat Kanzlerin Angela Merkel nach RTL-Informationen am Montag beim Impfgipfel erklärt. Deutlich weniger zuversichtlich wirkte die Bundeskanzlerin hinsichtlich Impfstoff für jüngere Kinder, wie es aus Teilnehmerkreisen des Bund-Länder-Gipfels hieß.

Merkels Statement nach dem Impf-Gipfel sehen Sie im Video.

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Merkels Corona-Prognose für den Herbst: "Schwierige Situation an Grundschulen"

Ein Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren werde "noch sehr, sehr lange dauern", wird Merkel zitiert. "Und mit sehr lange, meine ich, nicht vor Frühjahr 2022. Wir werden also im Herbst eine schwierige Situation an den Grundschulen haben. Dort müssen wir uns auf den Betrieb mit ungeimpften Kindern einstellen."

Die Bundesfraktionsvorsitzende von B'90/Grüne, Katrin Göring-Eckardt, hat die Impfstrategie der Bundesregierung mit Blick auf Kinder und Jugendliche scharf kritisiert. Hier gebe es "ein großes Versäumnis" seitens der Politik. Die Bundesregierung und alle Verantwortlichen hätten nicht dafür gesorgt, "dass wenigstens ein für Kinder geeigneter Impfstoff da ist", mahnte Göring-Eckardt im "phoenix tagesgespräch" an. "Man fragt sich, warum ist nicht von Anfang an daran geforscht worden? Warum hat die Bundesregierung da nicht unterstützt?" Sie forderte daher, "dass das Forschungsministerium, dass die Bundesregierung, Druck macht, damit der Impfstoff für Kinder bald kommt". Ansonsten seien die Familien "nochmal außen vor, die in dieser Pandemie mit Homeschooling und all dem was da dran hängt wirklich schon genug zuzusetzen hatten".

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Merkel hält an Impf-Versprechen fest

Corona-Impfungen sollen spätestens ab Juni für alle Erwachsenen in Deutschland möglich sein - also ohne die bisherige Priorisierung mit einer festen Reihenfolge. "Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann", sagte Merkel (CDU) am Montag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten. "Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen, und die werden dann nach Maßgabe der Versorgung auch gegeben."

Merkel bekräftigte angesichts zunehmender Impfstofflieferungen erneut ihr Versprechen, bis Ende des Sommers am 21. September allen Bürgern ein Impfangebot zu machen. Für die immer größere Zahl Geimpfter kommen außerdem Erleichterungen bei Corona-Vorschriften in Sicht - unter anderem bei Einreisen nach Deutschland oder beim Zugang zu Geschäften. Die Bundesregierung plant dazu eine Verordnung.

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