Ist das nicht gefährlich?

Coolsculpting: Unschönes Körperfett einfach wegfrieren

23. September 2021 - 12:03 Uhr

Coolsculpting: Abnehmen ohne OP und Spritzen

Das kleine Bäuchlein will einfach nicht verschwinden, und Ihre Taille war auch schon mal schmaler? Vielleicht ist Ihr Figurproblem bald Vergangenheit, denn Ärzte der Harvard University haben eine revolutionäre Fett-weg-Methode entwickelt: Beim Coolsculpting werden lästige Fettpölsterchen einfach mithilfe von Kälte weggefroren - und zwar ganz ohne OP oder Spritzen. Aber Achtung: Die Methode ist nicht für jeden geeignet. Bei Top-Model Linda Evangelista (56) führte sie sogar zu einer "brutalen Entstellung", wie die 56-Jährige jetzt enthüllte.

Saugköpfe kühlen überschüssige Fettzellen herunter

Abnehmen ohne OP
Das Fett muss weg - aber wie? Ärzte sind überzeugt, dass Cool Sculpting Fettzellen im wahrsten Sinne des Wortes kalt macht.
© Arto - Fotolia, Rudyanto Wijaya

Immer mehr deutsche Schönheitskliniken bieten die neue Methode namens Coolsculpting oder Kryolipolyse an. Gezielte Kältereize schädigen die Fettzellen so stark, das sie vom Immunsystem des Körpers abgebaut werden. Erste Erfahrungsberichte zeigen, dass das tatsächlich funktioniert. Und auch ein unabhängiger Zellbiologe sagt: Das Coolsculpting hat Zukunft.

Um wirklich nur die behandlungsbedürftigen Körperstellen zu erwischen, setzen die Ärzte einen Saugkopf auf die betreffende Hautstelle. Das Gerät erzeugt dort ein Vakuum und kühlt die überschüssigen Fettzellen innerhalb von einer Stunde auf null bis vier Grad Celsius herunter, was den Zelltod bedeutet. Haut und Muskeln werden durch das Verfahren nicht geschädigt, verspricht der Hersteller.

Deutscher Arzt und Physiker entwickelte das Verfahren

Schon in den 1970er-Jahren machten Wissenschaftler der Harvard-Universität die Entdeckung, dass Fettzellen empfindlicher auf Kälte reagieren als der Rest des Gewebes - und bei gezielt eingesetzter Unterkühlung sogar ganz absterben können. Das heutige Coolsculpting-Verfahren ist die Erfindung eines Deutschen. 2008 wurde es von dem deutschen Arzt und Physiker Dieter Manstein an der Harvard Medical School entwickelt. 2010 wurde es von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zertifiziert. Seitdem wurde es bereits mehr als fünf Millionen Mal am Patienten angewendet.

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Das Verfahren ist gut, aber nicht ganz billig

"Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Coolsculpting funktioniert, weil es dazu eine wissenschaftliche Datenlage gibt. Die Methode erscheint nebenwirkungsarm und ist täglich praktikabel", so der klinische Zellbiologe Dr. Thomas B. Fischer. Bei gesunden Menschen mit kleinen Problemzonen am Bauch, den Beinen oder der Hüfte, soll das Gerät wahre Wunder bewirken. Für stark übergewichtige Menschen, die aus gesundheitlicher Sicht dringend abnehmen sollten, ist das Verfahren dagegen nicht geeignet, sagt die Hautärztin Dr. Uta Schlossberger.

Bis der Körper die erfrorenen Fettzellen abtransportiert hat, dauert es sechs bis acht Wochen. Vorausgesetzt, der Patient trinkt täglich 3 bis 4 Liter Wasser und verzichtet in der Abbauphase auf entzündungshemmende Tabletten. Auch Schwangerschaftsstreifen lassen sich mit der Coolsculpting-Methode sichtbar reduzieren. Das Problem: Eine einzige Vereisungs-Sitzung kostet 700 bis 1.000 Euro, je nach Körperregion.

Ist die Kryolipolyse gefährlich?

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen während und nach der Behandlung, bei älteren Geräten sei das Gewebe nach der Behandlung oft länger verhärtet, auch ein Taubheitsgefühl könne mehrere Wochen anhalten, sagt Dr. med. Olaf Kauder, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie 2019 beim RBB. Außerdem seien Hämatome nicht außergewöhnlich, jedoch laut Kauder sehr vom verwendeten Gerät abhängig. Zudem könne eine paradoxe Fettgewebevermehrung als Nebenwirkung auftreten. Statt weniger wird das Fettgewebe in diesem Fall mehr – allerdings erst nach sechs bis acht Monaten. "Dann hilft nur eine Fettabsaugung", sagte der Chirurg dem Sender. (ija)