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"Cold Case"-Fall dank DNA aufgeklärt! 30 Jahre nach dem Mord an Helen Caldwell findet die Polizei den Täter

US-Ermittler aus Illionois lösen "Cold Case"

Von DNA überführt! 30 Jahre nach dem Mord an Helen Caldwell findet die Polizei den Täter

Helen Caldwell
Helen Caldwell

Ermittler finden Verdächtigen in texanischem Gefängnis

Fast 30 Jahre ist es her, dass Helen Caldwell ermordet wurde. 1992 war sie gerade aus dem US-Bundesstaat New Jersey in die Gegend von Chicago gezogen. Sie 35-Jährige wollte eine neue Stelle in einem Krankenhaus annehmen. Doch sie wurde erdrosselt. Ihre Schwester und deren Mann fanden sie tot in ihrem Zimmer in der Stadt Niles, als sie Helen Caldwell besuchen wollte. Die Polizei fand wenig Spuren, die Ermittlungen verliefen im Sande. 1993 wurde der Fall ungelöst zu den Akten gelegt. Doch jetzt wurde der mutmaßliche Mörder ermittelt!

"Er war komplett vom Radar verschwunden. Er lebte im Dunkeln"

Richard Sisto
Der mutmaßliche Mörder Richard Sisto ist heute 72 Jahre alt.

Dass ihr Mörder nach drei Jahrzehnten überführt werden konnte, verdankt die Polizei dem enormen technischem Fortschritt. Als 2020 ein Cold-Case-Team (Cold Team = kalter Fall) den Fall erneut aufrollte, ließ es die wenigen DNA-Spuren von einem Speziallabor analysieren. Tatsächlich ergab sich dabei eine Übereinstimmung mit dem Verbrecher Richard Sisto. Seine DNA war in den Datenbanken, weil er wegen einer Vergewaltigung verurteilt worden war.

Nun war sich die Polizei sicher, Helen Caldwells Mörder zu kennen, doch sie konnten ihn weder vernehmen noch festnehmen – von dem Mann fehlte jede Spur. "Er war komplett vom Radar verschwunden. Er lebte im Dunkeln. Er war nirgendwo zu finden", sagte ein Ermittler dem US-Sender CNN. Das änderte sich erst, als ein zufälliger Datenbankabgleich ergab, dass Sisto in einem texanischen Gefängnis sitzt. Wegen eines Verstoßes gegen Bewährungsauflagen.

Schwester: "Ich bin so dankbar, dass sie beschlossen haben, diesen Fall wieder aufzunehmen"

Die Polizei vernahm den inzwischen 72-Jährigen, die Staatsanwaltschaft klagte ihn nach den jüngsten Ermittlungsergebnissen wegen Mordes an und wartet auf seine Auslieferung in den U-Bundesstaat Illinois. Weitere Details wollten die Ermittler nicht preisgeben.

Helen Cardwells Schwester Noca Ervin gab nach einem Besuch bei der Polizei von Niles ein kurzes Statement ab, Fragen wollte sie nicht beantworten. "Ich bin so dankbar, dass sie beschlossen haben, diesen Fall wieder aufzunehmen. Ich schätze einfach die Bemühungen aller, ihren Mord aufzuklären“, sagte die Frau, die vor fast 30 Jahren ihre Schwester tot in einem kleinen Zimmer fand. (uvo)