Junkfood ist ein großes Risiko für die Gesundheit

Studie zeigt: Ultraverarbeitete Lebensmittel können zu Demenz führen

Stark verarbeitete Lebensmittel können zu einem echten Gesundheitsrisiko werden.
Stark verarbeitete Lebensmittel können zu einem echten Gesundheitsrisiko werden.
Printemps - Fotolia

Wir wissen alle, dass ultraverarbeitete Lebensmittel wie Wurst oder Chips nicht die beste Wahl für die Gesundheit sind. Eine Studie zeigt nun, dass der Genuss vieler solcher Produkte möglicherweise das Demenzrisiko erhöhen kann.

80 bis 90 Prozent der konsumierten Lebensmittel in Deutschland sind verarbeitet

Was auf unseren Tellern landet, muss in erster Linie schmecken. So sehen es 99 Prozent der Deutschen, so das Ergebnis des Ernährungsreports 2021. In Deutschland werden sehr viele verarbeitete Lebensmittel genutzt – ganze 80 bis 90 Prozent aller konsumierten Lebensmittel sind verarbeitet. Vom Tiefkühlgemüse über den Beutelreis bis hin zur Würzmischung, sagt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie. Doch wie eine Studie zeigt, können ultraverarbeitete Lebensmittel wie Chips, Tiefkühlpizza oder Tütensuppe uns auf den Weg zum kognitiven Verfall bringen.

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Die im Fachmagazin "Neurology" erschienene Studie zeigt, dass Menschen, die sehr große Mengen an ultraverarbeiteten Lebensmitteln wie Erfrischungsgetränke, Kekse oder Eiscreme essen, möglicherweise ein höheres Risiko an Demenz zu erkranken haben, als Menschen, die nur geringe Mengen an ultraverarbeiteten Lebensmitteln essen. Ultraverarbeitete Lebensmittel sind laut der Studie solche, die reich an zugesetztem Zucker, Fett und Salz sind, aber nur sehr wenige Proteine und Ballaststoffe enthalten. Zu diesen Lebensmitteln gehören unter anderem Erfrischungsgetränke, salzige und zuckerhaltige Snacks, Eiscreme, Wurst, frittiertes Hähnchen, gebackene Bohnen und Tomaten in Dosen, Ketchup, Mayonnaise, abgepackte Guacamole, abgepackter Hummus, abgepacktes Brot und aromatisierte Cerealien.

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Ultraverarbeitete Lebensmittel mindern die Qualität der Ernährung

"Ultraverarbeitete Lebensmittel sollen bequem und schmackhaft sein, aber sie mindern die Qualität der Ernährung einer Person", sagte der Studienautor Huiping Li von der Tianjin Medical University in China. "Diese Lebensmittel können auch Lebensmittelzusatzstoffe oder Moleküle aus der Verpackung enthalten, von denen in anderen Studien gezeigt wurde, dass sie negative Auswirkungen auf das Denk- und Gedächtnisvermögen haben. Unsere Forschung hat nicht nur ergeben, dass ultraverarbeitete Lebensmittel mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden sind, sondern auch, dass das Ersetzen durch gesunde Alternativen das Demenzrisiko verringern kann."

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Für die Studie nutzten die Forschenden Daten der UK Biodatenbank, eine große Datenbank mit Gesundheitsinformationen. Sie werteten die Daten von 72.083 Menschen aus. Die Teilnehmenden waren älter als 55 Jahre, hatten zu Beginn der Studie keine Demenz und wurden im Schnitt zehn Jahre lang beobachtet. Während des Studienzeitraums füllten die Proband:innen mindestens zwei Fragebögen dazu aus, was sie am Vortag getrunken und gegessen haben. Die Forschenden bestimmten, wie viel ultraverarbeitete Lebensmittel die Teilnehmenden zu sich nahmen und teilten sie in vier gleich große Gruppen ein – vom geringsten bis zum höchsten Prozentsatz von den verzehrten ultraverarbeiteten Lebensmitteln.

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Hoher Konsum von Chips, Tiefkühlpizza und Co. könnte Demenzrisiko erhöhen

Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, familiärer Vorgeschichte von Demenz und Herzerkrankungen und anderen Faktoren, die das Demenzrisiko beeinflussen könnten, stellten die Wissenschaftler:innen fest, dass die Menschen bei einer Erhöhung der täglichen Aufnahme von ultraverarbeiteten Lebensmitteln um 10 Prozent ein 25 Prozent höheres Demenzrisiko hatten. Die Forschenden weisen allerdings bei ihrer Studie darauf hin, dass sie durch ihre Untersuchung nicht bestimmen konnten, ob der Verzehr von ultraverarbeiteten Lebensmittel ursächlich für die Demenz war. Sie haben bisher nur den Zusammenhang nachweisen können. Es sei noch weitere Forschung nötig.

"Unsere Ergebnisse zeigen auch, dass wer die Ernährung umstellt und jeden Tag 50 Gramm mehr unverarbeitete oder wenig verarbeitete Lebensmittel isst, was einem halben Apfel, einer Portion Mais oder einer Schüssel Kleie-Müsli entspricht, und gleichzeitig ultraverarbeitete Lebensmittel um 50 Gramm pro Tag verringert, was einem Schokoriegel oder einer Portion Fischstäbchen entspricht, wird mit einem um drei Prozent verringerten Demenzrisiko in Verbindung gebracht", sagte Li. "Es ist ermutigend zu wissen, dass kleine und überschaubare Änderungen in der Ernährung das Demenzrisiko einer Person beeinflussen können." (rha/stern.de)

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de