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Bushido-Prozess gegen Abou-Chaker: Polizeibeamter sagt zu Aussagen des Rappers beim LKA aus

Bushido vs. Arafat

LKA-Beamter über Bushido: "Auf mich wirkte er authentisch"

Bushido bei einem früheren Prozess gegen Berliner Clanchef
Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt unter dem Künstlernamen Bushido, sitzt an einem früheren Prozesstag im Gerichtssaal. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
deutsche presse agentur

Es ist der 66. Tag im Prozess Bushido vs. Arafat Abou-Chaker . Jahrelang aber haben Anis „ Bushido “ Ferchichi“ (43) und Arafat Abou-Chaker (46) gemeinsame Sache gemacht. Doch aus besten Freunden wurden Erzfeinde. Versuchte räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zählen zu den Tatvorwürfen gegen den Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker.

LKA-Beamter überrascht von Bushido: "Es sind ihm Tränen in die Augen geschossen"

Im Zeugenstand saß heute der LKA-Beamte Alexander U. (51). Er ist einer der Beamten, der die Zeugenaussagen von Bushido aufgenommen hat, die diesen und auch die anderen Zivilprozesse erst möglich gemacht haben: „Ich kannte Bushido nur aus den Medien und von einer vorherigen Durchsuchung. Da hat er sich wie bei seinen Auftritten verhalten, doch bei der Vernehmung soll er ein völlig anderer Mensch gewesen sein“, erzählte der LKA-Beamte. Er soll von dem Streit mit Arafat Abou Chaker sichtlich mitgenommen gewesen sein: „Er hat gezittert.“

"Bushido hatte Angst und wollte Schutz haben"

 Bild-Motiv: Arafat Abou Chacker Berlin den 21.03.2022 9.30 Strafkammer 38, Saal 500 Delikt: versuchte schwere raeuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefaehrliche Koerperverletzung, Noetigung, Beleidigung, Untreue u.a. 1 Arafat Abou-Chaker 2 Ya
Arafat Abou Chaker am 21. März vor dem Berliner Landgericht.
www.imago-images.de, IMAGO/Olaf Wagner

Alexander U. weiter: „Seine Hände zitterten und es sind ihm Tränen in die Augen geschossen an der einen oder anderen Stelle.“ Der LKA-Beamte kennt den Grund für Bushidos Angst: „Bushido berichtete aus einem inneren Kreis. Wir hatten bisher nie Infos hierher bekommen. Seine Reaktionen zeigten deutlich seine Angst. Man wird da als Verräter gebrandmarkt. Er ist sicher nicht zu uns gekommen, weil er plötzlich den Freund und Helfer in uns erkannt hat,“ fügte Alexander U. hinzu: „Bushido hatte Angst und wollte Schutz haben. Insgesamt war die Situation sehr besonders.“

Trotzdem soll der Rapper ihn beeindruckt haben: „Wir haben ihm ja auch Tonmitschnitte vorgespielt. Er wusste immer sofort, um was es ging. Er hat sich an Ereignisse, die Jahre zurückliegen erinnert. Das ist außergewöhnlich und erstaunlich.“

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Zeuge zu Bushido: Er ist Künstler, aber im Zweifel auch Schauspieler

Der Richter hakte noch einmal nach und wollte wissen, ob ihm Bushidos Verhalten einstudiert oder natürlich vorkam. Darauf antwortete der LKA-Beamte Alexander U.: „Er ist Künstler, aber im Zweifel auch Schauspieler. Ausschließen kann ich das nicht, aber auf mich wirkte er authentisch.“

Am Mittwoch wird der Prozess fortgeführt. Ein Urteil wird für den 29. Juni erwartet.

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