BSI warnt: Cyberangriffe durch russische Software möglich

Sollte ich die Virensoftware Kaspersky jetzt deinstallieren?

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Wegen des Ukraine-Kriegs hatte das Bundesamt für Sicherheit vor der Kaspersky-Anti-Viren-Software gewarnt. Es bestehe das Risiko eines Cyberangriffs über das Programm. Offenbar sind viele Nutzerinnnen und Nutzer alarmiert und suchen andere Lösungen. Was macht Kaspersky so gefährlich? Und: Sollte ich Kaspersky jetzt auch deinstallieren?

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Was macht Kaspersky so gefährlich?

Verbraucherinnen und Verbraucher wenden sich offenbar vermehrt von der Anti-Viren-Software Kaspersky ab. Die Online-Preisvergleichsplattform idealo beobachtet, dass sich immer mehr Leute nach Alternativen umschauen.

Erst vor wenigen Tagen hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI vor der Software mit Sitz in Russland gewarnt. Das Problem: In Hinblick auf den Ukraine-Krieg "kann aktuell nicht ausgeschlossen werden, dass das Unternehmen gegen seinen Willen gezwungen wird, Systeme anzugreifen oder vertrauliche Daten weiterzugeben", schreibt das BSI.

Doch was bedeutet das für unsere Computer? Das Problem: „Die Hersteller solcher Software haben tiefgreifende Rechte im PC - bis auf das Betriebssystem herunter“, erklärt Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik gegenüber RTL und ntv. Das bedeute, sie können den PC eigenmächtig steuern. Deshalb sei das ein erhebliches Gefährdungspotenzial. Einen bekannten Fall, in dem das schon einmal passiert sei, gebe es aber nicht.

Eugene Kaspersky, der Gründer und Chef des Sicherheitsunternehmens Kaspersky, kritisierte die Warnung des BSI: „Ohne auf Details einzugehen, kann ich sagen, dass diese Behauptungen reine Spekulationen sind, die durch keine objektiven Beweise oder technischen Details gestützt werden. Der Grund dafür ist einfach. In der fünfundzwanzigjährigen Geschichte Kasperskys gab es nie einen Beweis für einen Missbrauch unserer Software zu schädlichen Zwecken“, heißt es in einem Brief des Gründers und Chef des Sicherheitsunternehmens.

BSI warnt vor Antivirensoftware Kaspersky
02:11 min
Kaspersky
BSI warnt vor Antivirensoftware

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Deinstalliert und dann?

Nutzerinnen und Nutzer sollten also selbst entscheiden, ob und wie sie damit umgehen. Experte Schönbohm rät allerdings trotzdem dazu, das Programm zu deinstallieren und nach einer neuen Software zu suchen. Dabei solle man sich anschauen, woher kommt die Software, wer ist Anteilseigner? Wem das zu viel Arbeit ist: Schönbohm empfiehlt entsprechende Vorschläge von etwa der Stiftung Warentest.

Und auch bei idealo machen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher schlau. Die Preisvergleichsplattform hat im Bereich Antivirenprogramme und PC-Sicherheit einen Nachfrageanstieg von rund 590 Prozent beobachtet.

Während Kaspersky im Februar 2022 noch der beliebteste Hersteller für Antivirenprogramme auf idealo war, brach die Nachfrage infolge der BSI-Warnung um mehr als 40 Prozent ein.

Davon profitieren vor allem konkurrierende Hersteller wie Bitdefender, NortonLifeLock und McAfee. Hier ist das Kaufinteresse seit der Meldung am 15. März im Vergleich zum Vortag um bis zu 1.630 Prozent gestiegen. (dpa/mtr)

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