Sie will anderen Mut machen!

Brustkrebs-Überlebende zeigt sich oben ohne

Bethany Kay Sell präsentiert stolz ihre Narben: Damit will die Brustkrebs-Überlebende anderen Frauen Mut machen.
Bethany Kay Sell präsentiert stolz ihre Narben: Damit will die Brustkrebs-Überlebende anderen Frauen Mut machen.
© hgm-press

04. Mai 2021 - 17:19 Uhr

Nach Mastektomie: Auch ohne Brüste schön

Bethany Kay Sell überlebte den Krebs, doch ihre Brüste mussten entfernt werden. Sie entschied sich gegen eine Rekonstruktion. Nun hat sich die 38-Jährige aus Chicago oben ohne ablichten lassen und zeigt offen ihre Narben. Damit möchte Sie anderen Patientinnen Kraft geben und zeigen: Frauen brauchen keine Brüste, um schön zu sein.

Knoten entpuppt sich als Brustkrebs

Bethany vor OP
Bethany musste sich entscheiden: Will sie sich Brustimplantate einsetzen lassen und aussehen wie früher? Das hätte einen langwierigen Rekonstruktionsprozess nach sich gezogen.
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Als Bethany ihre Brust Anfang 2020 abtastete, fühlte sie einen steinartigen Knoten. Wenige Monate später traf sie die schockierende Diagnose mit voller Wucht: Brustkrebs im dritten Stadium. Und er hatte schon gestreut, erzählt sie dem englischen Onlineportal Daily Mail. Deshalb rieten ihr die Ärzte zu einer Mastektomie. Sie ließ sich also vorsorglich beide Brüste entfernen. Anschließend musste die 38-Jährige Chemo- und Strahlentherapie durchmachen.

Lesetipp: Über 17.000 Frauen sterben jährlich in Deutschland an Brustkrebs. Wir erklären Ihnen hier, wie Sie eine Erkrankung früh erkennen.

Während dieser Zeit traf Bethany eine mutige Entscheidung: Für sie kamen keine Brustimplantate in Frage. Denn die hätten einen langwierigen Rekonstruktions-Prozess nach sich gezogen. Die Haut hätte gedehnt werden müssen, um Platz für die künstlichen Einsätze zu schaffen. Und Bethany hätte Infektionen und Komplikationen bei der Operation riskiert. All das wollte sie nicht in Kauf nehmen.

Bethany fühlte sich sexuell nicht mehr anziehend

Bethany nach OP
Nach ihrer Mastektomie klafften dort, wo einst Bethanys Brüste waren, nur noch Narben.
© hgm-press

Doch die Entscheidung, in Zukunft ohne Brüste leben zu müssen, fiel ihr nicht leicht. Kraft schenkten ihr andere Frauen mit demselben Schicksal: "Einige von ihnen wünschten sich, sie hätten sich von Anfang an für eine flache Variante entschieden und so all die Jahre der Schmerzen und Frustration vermieden", erzählt Bethany gegenüber Daily Mail.

Im September letzten Jahres unterzog sie sich der Mastektomie. Dort, wo einst ihre Brüste waren, klaffen nun zwei große Narben. In dem Moment, als sie wieder ihre Arme heben und normale Klamotten anziehen konnte, begann für sie eine schwierige Zeit: Denn die Kleidung, die sie früher trug, empfand sie nicht mehr als schmeichelhaft. Sie wollte nicht mit ihrem Mann intim werden, weil sie das Gefühl hatte, sexuell nicht mehr attraktiv zu sei: "Er hat meine Entscheidung unglaublich unterstützt und versucht, mir das Gefühl zu geben, dass es ihm egal ist. Aber ich glaube, wir alle machen uns Sorgen, nicht gut genug zu sein, wenn es einen Teil von uns gibt, den wir nicht akzeptiert haben."

Oben-Ohne-Shooting für mehr Selbstakzeptanz

In den Tagen, in denen sie sich von ihrer Operation erholte, hatte sie viel Zeit nachzudenken. Sie stellte sich vor, wie sie wieder glücklich werden könnte – auch ohne Brüste. Und wusste: Sie will wieder modeln. Denn das Modeln hatte ihr bisher stets Selbstvertrauen gegeben: "Ich wusste, dass andere Menschen, die Unsicherheiten in Bezug auf ihren Körper haben, sehen könnten, was ich tue, und sich dadurch gestärkt fühlen, sich selbst auch voll und ganz zu akzeptieren."

Lesetipp: Auch diese Brustkrebs-Patientin zeigt stolz ihre Narben. Bo Smith verlor ihre Brust an den Krebs. Überglücklich teilt sie trotzdem ein Foto von sich beim Stillen ihres Sohns James, denn sie hat den Kampf gegen die Krankheit gewonnen.

Die Bilder von ihrem Oben-Ohne-Shooting teilt Bethany auch auf Instagram. Sie will damit Frauen Kraft geben, sich selbst zu akzeptieren und sich keine Gedanken darüber zu machen, was andere über einen denken. Stattdessen möchte sie dazu inspirieren, sich selbst zu lieben – mit allen angeblichen Makeln.

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