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Brustkrebs: Kombinierte Immuntherapie gibt neue Hoffnung

Judy besiegte den Krebs durch neue Immuntherapie
Judy besiegte den Krebs durch neue Immuntherapie Ärzte gaben ihr nur noch wenige Monate zu leben 02:21

Kombinierte Immuntherapie für Brustkrebspatientin Judy

Judy Perkins aus den USA erkrankte bereits 2003 an Brustkrebs. Neben einer Brustamputation wurden ihr damals auch die Lymphknoten entfernt und sie besiegte den Krebs zunächst. Zehn Jahre nach der ersten Krebserkrankung entdeckte sie einen neuen Knoten - und dieses Mal war es Krebs im Endstadium, der bereits gestreut hatte. Die Ärzte gaben ihr nur noch wenige Monate zu leben. Dann probierte sie eine neue kombinierte Immuntherapie aus, die alles für sie verändern sollte. Judys ganze Geschichte sehen Sie im Video.

So funktioniert die Kombinationstherapie mit Pembrolizumab

Bei der tumorbezogenen Immuntherapie werden den Patienten Abwehrzellen entnommen und genetisch so verändert, dass diese selbst die tödlichen Tumorzellen im Körper angreifen. Anschließend werden sie vermehrt und wieder dem Körper zugeführt. Dort sollen sie dann die Krebszellen zerstören. Diese verfügen jedoch über spezielle Mechanismen, die sie für das Immunsystem schwerer angreifbar machen. Es kann zu Resistenzen kommen, bei denen der Tumor nicht mehr auf das Mittel anspricht und größer wird. Ist das der Fall, ist die Prognose für die Patientinnen schlecht.

Patientinnen mit bestimmten Tumorarten können dann von der Kombinationstherapie mit dem Antikörper Pembrolizumab profitieren. Dieser wird als sogenannter Checkpoint-Hemmer verabreicht, der gegen bestehende Resistenzen arbeitet, hemmende Mechanismen außer Kraft setzt und das Immunsystem aktiver macht, erklärt Dr. Andrea Penzkofer vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg. Körpereigene Zellen erkennen die Tumorzellen auf diese Weise besser und können sie zerstören.

Die Checkpoint-Hemmer lösen also praktisch alle Bremsen des Immunsystems – oft richtet dieses sich dann auch gegen den eigenen Körper. Bei dieser Immuntherapie kann es deshalb zu schweren Entzündungen kommen, die lebensbedrohlich sein können.

In Studien wird nun untersucht, wie der Ansatz der kombinierten Immuntherapie auf andere Patienten adaptiert werden kann, um in Zukunft möglichst vielen Menschen zu helfen.

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