Von Großbritanniens Omikron-Erfahrung lernen

Britische Corona-Expertin warnt: Kinder so schnell wie möglich impfen!

Corona-Expertin Christina Pagel empfiehlt Deutschland, die Kinder wegen der Omikron-Welle möglichst schnell zu impfen.
Corona-Expertin Christina Pagel empfiehlt Deutschland, die Kinder wegen der Omikron-Welle möglichst schnell zu impfen.
dpa/RTL

Die neue Variante hat die britischen Inseln im Griff

Die Omikron-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 hat Großbritannien im Griff, dort längst die Vorherrschaft übernommen. Aus Deutschland schaut man gespannt auf die Entwicklung auf der Insel herüber – denn es ist sehr wahrscheinlich, dass das Geschehen auf der Insel sich hierzulande genauso wiederholt. Es sei denn, es wird rechtzeitig und richtig gegengesteuert. Eine Londoner Expertin hat nun wichtige Ratschläge für die kommenden Wochen an die deutschen Experten adressiert. Unter anderem empfiehlt sie, die Kinder jetzt so rasch wie möglich zu impfen!

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Schnelle Verbreitung: „Omikron ist ein kompletter Gamechanger“

Eine der führenden britischen Corona-Expertinnen, Christina Pagel, hat Deutschland im Kampf gegen Omikron dazu geraten, vor Ende der Schulferien möglichst viele Schulkinder zu impfen. „Wenn man einen guten Anteil von ihnen schafft, bis die Schule wieder losgeht, wäre das sehr gut“, sagte Pagel im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ansonsten drohten nach den Weihnachtsferien große Ausbrüche in Schulen. „Omikron ist ein kompletter Gamechanger.“ Nie zuvor sei in der Pandemie eine so schnelle Verbreitung von Corona beobachtet werden.

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Deutschland möglicherweise in etwas besserer Lage

Pagel rief Deutschland und andere europäische Länder, in denen die hochansteckende Corona-Variante bislang weniger weit verbreitet ist, auf, die Entwicklung in Großbritannien zu beobachten und daraus zu lernen. Deutschland sei möglicherweise in einer etwas besseren Lage, da beim Auftreten von Omikron bereits strengere Corona-Maßnahmen gegolten hätten als in England. So sei es möglich, dass dort die Verdopplungsrate der Fälle eher bis zu vier Tage - statt wie in Großbritannien zwei Tage - betragen werde. Andererseits sei das Booster-Programm weniger weit vorangeschritten.

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Dass sich Omikron in England deutlich schneller ausgebreitet hat als in Deutschland, führt die Modelliererin vom University College London auch darauf zurück, dass die Insel engere Reiseverbindungen mit Südafrika hat, wo die Variante zunächst entdeckt wurde. „London ist ein riesiger Reiseknotenpunkt. Es ist kein Zufall, dass London der Hotspot ist.“

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Etliche Beschäftigte ausgefallen: Echter Lockdown notwendig

In der britischen Hauptstadt sind in Krankenhäusern und Rettungsdiensten bereits etliche Beschäftigte wegen Omikron ausgefallen. Auch in anderen kritischen Branchen wird mit Personalausfällen gerechnet. „Wir hatten bisher noch nie eine Situation, in der alles gleichzeitig passiert. Und dann noch über Weihnachten, wo man ohnehin ein reduziertes Personal hat. Und es ist Winter.“ Es brauche nun einen echten Lockdown, um Kontakte drastisch zu reduzieren und die Zahlen zu senken.

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„Seit März 2020 haben wir nicht mehr einen so schnellen Anstieg der Fälle gesehen. Deshalb fühlt es sich auch so ähnlich an. Alle dachten, wir hätten den Lockdown hinter uns.“ Trotz aller furchteinflößenden Botschaften betonte Pagel jedoch auch: „Wir stehen nicht wieder ganz am Anfang. Wir werden weniger schwere Verläufe haben - dank der Impfstoffe.“

Großbritannien und Deutschland müssen Impfstoff-Patente freigeben

Omikron habe gezeigt, dass endlich die Impfquote in aller Welt erhöht werden müsse. Großbritannien und Deutschland stünden noch immer der Freigabe von Patenten im Weg. Dies müsse sich dringend ändern, sonst könnten gefährliche Varianten wie Omikron immer wieder auftreten.

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In Großbritannien gehört die deutsch-britische Mathematikerin vom University College London zu den führenden Erklärerinnen in der Pandemie. Wie viele andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spricht sie sich für eine Verschärfung der Maßnahmen aus, um die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. In England und Schottland ist Omikron bereits die vorherrschende Variante und hat die Corona-Fallzahlen zuletzt in ungekannte Höhen schnellen lassen. (dpa/ija)

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