In viel zu kleinen Boxen

Paar verkauft Hunde illegal aus ihrem Auto heraus

Die Polizei hat in Bremen Hunde aus einem Transporter befreit
Die Polizei hat in Bremen Hunde aus einem Transporter befreit
© Bremer Tierschutzverein e.V.

17. Mai 2021 - 15:12 Uhr

Die Hunde konnten noch nicht einmal aufrecht stehen

Haben diese Menschen kein Herz? Am Samstag wird die Polizei in Bremen verständigt, weil ein Zeuge ein ukrainisches Paar beobachtet hat, das aus einem Transporter heraus Hunde verkauft. Beim Eintreffen finden die Beamten dann fünf verängstigte Tiere in viel zu kleinen Boxen. Sie konnten darin noch nicht einmal richtig stehen. Die Hunde kommen ins Bremer Tierheim. Gegen das Paar wird jetzt unter anderem wegen Verstoßes gegen das Tierwohlgesetz ermittelt.

Wie geht es mit den Hunden weiter?

Die gute Nachricht zuerst: Den Hunden geht es wohl den Umständen entsprechend gut. "Die waren ein bisschen verängstigt, die hatten ja auch eine lange Tour hinter sich", sagt Gaby Schwab vom Bremer Tierschutzverein. Es seien keine Welpen im klassischen Sinn, sondern eher Junghunde, weil der jüngste neun Monate und der älteste Hund fast zwei Jahre alt sei. Die Tiere sind jetzt als Vorsichtsmaßnahme in Quarantäne – ob sie weiter reisen oder vor Ort vermittelt werden, müssen das Veterinäramt und die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Handel über das Internet?

Die Polizei vermutet, dass das Paar die im Internet erworbenen Hunde aus der Ukraine nach Bremen gebracht hat. Tatsächlich wurde ein Tier schon vor dem Eintreffen der Beamten verkauft. Die Käuferin konnte aber schnell ermittelt werden, der Hund kam ebenfalls ins Tierheim. Schwab vermutet, dass die Hunde vielleicht gar nicht nur in Deutschland verkauft, sondern vielleicht noch weiter reisen sollten. Man wisse aktuell aber noch zu wenig über die Hintergründe.

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Corona-Pandemie "zusätzlicher Antrieb"

Die Frau (24) und ihr Begleiter (26) müssen sich wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Urkundenfälschung verantworten. Unter anderem sei ein Hund laut seinem Pass schon vor der Geburt geimpft und gechippt worden. In beiden Fällen ist sogar eine mehrjährige Freiheitsstrafe möglich. Die Ermittlungen dauern noch an.

Illegaler Tierhandel ist leider keine Seltenheit, die Corona-Pandemie und der dadurch gestiegene Haustier-Wunsch sei ein zusätzlicher Antrieb, so die Polizei. Der Deutsche Tierschutzbund verzeichnete allein von Januar bis Ende März dieses Jahres 112 Fälle illegalen Tierhandels und fast 800 betroffene Tiere. Schon in den Jahren zuvor habe der verbotene Handel mit Hunden und Katzen deutlich zugenommen. (dka,dpa)

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