Er panschte Krebsmedikamente

Skandal-Apotheker aus Bottrop bleibt im Knast

Über mehrere Jahre hatte ein Apotheker aus Bottrop Krebsmedikamente gepanscht und wurde dafür zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH)  hat die Haftstrafe gegen Peter S. nun bestätigt und seine Revision als unbegründet abgelehnt.
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07. Juli 2020 - 14:20 Uhr

Gericht bestätigt Haftstrafe gegen Peter S.

Über mehrere Jahre hatte ein Apotheker aus Bottrop Krebsmedikamente gepanscht und wurde dafür zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Haftstrafe gegen Peter S. nun bestätigt und seine Revision als unbegründet abgelehnt, wie das Gericht mitteilte. Das Urteil des Essener Landgerichts vom Juli 2018 gegen den damals 48-jährigen Apothekers ist damit rechtskräftig.

Tausende Krebsmedikamente unterdosiert

"Alte Apotheke" in Bottrop
Peter S. führte die "Alte Apotheke" in Bottrop. Zwischen 2012 und 2016 panschte er tausende Krebsmedikamente.
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Peter S., der Inhaber der "Alten Apotheke" in Bottrop war, hatte zwischen 2012 und 2016 tausende Krebsmedikamente unterdosiert. Dem Gericht zufolge streckte er die für seine Patienten lebenswichtige Medizin aus Habgier.

Lebenslanges Berufsverbot für Bottroper Apotheker

Zudem bleibt es bei dem verhängten lebenslangen Berufsverbot gegen den Mann, der seit Ende 2016 in Untersuchungshaft sitzt. Den Schaden für die Krankenkassen hatte das Essener Landgericht auf 17 Millionen Euro beziffert, dieser "Wertersatzbetrag" sollte eingezogen werden. Nur in diesem Punkt sprach der BGH nun von einem "geringfügigen Teilerfolg": Die Revision werde "mit der Maßgabe als unbegründet verworfen", dass statt der 17 Millionen Euro die Einziehung von "Taterträgen" in Höhe von 13,6 Millionen Euro anzuordnen sei.