Boom bei WhatsApp-Alternativen Threema und Telegram

© dpa, Oliver Berg

30. Juli 2015 - 15:55 Uhr

Die Konkurrenz profitiert

Offensichtlich ist der Kauf von WhatsApp durch Facebook für viele User ein guter Grund den Anbieter zu wechseln. Alternative Angebote wie Threema und Telegram schießen an die Spitze der europäischen App-Charts.

Viele Datenschützer hatten im Zuge der Übernahme davor gewarnt, dass Facebook sich die gesammelten Telekommunikationsdaten des Kurznachrichten-Dienstes zu eigen machen könnte. Die rund 30 Millionen WhatsApp-Nutzer in Deutschland scheinen diese Befürchtungen ernst zu nehmen. Vor allem im deutschsprachigen Raum zeichnet sich ein Boom des Alternativdienstes Threema ab. Die App aus der Schweiz führt in Deutschland sowohl im Google-Play-Store für Android-Smartphones als auch im iTunes-Store für iPhone-App die Liste der Bezahl-Anwendungen an.

Testsieger in Sachen Datenschutz

Zuvor hatte die 'Stiftung Warentest' die vier WhatsApp-Alternativen Threema, Line, Blackberry Messenger und Telegram getestet und nur Threema als "unkritisch" bewertet. Die schweizerische Testsieger-App bietet eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dadurch kann auch der Anbieter Unterhaltungen seiner Nutzer nicht mitverfolgen. Erfolgreich ist Threema bisher vor allem im deutschsprachigen und arabischen Raum. Aber auch in den Niederlanden, Slowenien und der Slowakei führt die Anwendung die Charts der Bezahl-Apps an. In den Stores kostet Threema 1,59 Euro (Android) bzw. 1,79 Euro für die Apple-Geräte.

Die kostenlose Konkurrenz-App Telegram scheint sich neben Europa derweil vor allem in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Australien zu etablieren. Die 'Stiftung Warentest' hatte die App in Sachen Datenschutz jedoch als "kritisch" eingestuft. Telegram biete zwar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, allerdings müsse der Nutzer diese Option ("Secret Chat") erst gezielt auswählen.