Nach „Team Wallraff“-Kritik am Deutschen Roten Kreuz

Blutspendedienst oder Krankenhaus: Wo kann man am besten Blut spenden?

Wo kann man überall Blut spenden?
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22. Oktober 2020 - 17:16 Uhr

Blutspenden werden dringend gebraucht

Wer Blut spenden will, denkt meist direkt ans Deutsche Rote Kreuz: Knapp drei Viertel aller Spenden laufen derzeit über die Blutspendedienste des DRK. Pro Blutspende macht dieses einen Umsatz von fast 145 Euro und deutschlandweit damit jährlich einen Gesamtumsatz von etwa einer halben Milliarde Euro. "Team Wallraff – Reporter undercover" hat in seiner neuesten Reportage eine fehlende Transparenz beim Deutschen Roten Kreuz kritisiert: Was mit seinem Blut passiert und wohin genau die hohen Einnahmen durch die Blutspenden fließen, wisse man als normaler Spender gar nicht.

Wer Blut spendet, der rettet Leben: Jeder Mensch kann durch einen Unfall, eine Operation oder eine Krankheit plötzlich auf Bluttransfusionen angewiesen sein – deshalb ist es sehr wichtig, dass ausreichend Blutspenden abgegeben werden. Doch wo kann man eigentlich überall Blut spenden?

Blut spenden in Zentren, Krankenhaus oder Klinik

Neben dem Deutschen Roten Kreuz kann man bei kommunalen und privaten Blutspendezentren wie etwa dem Blutspendedienst Haema spenden, aber auch in Unikliniken und in vielen Krankenhäusern. In diesen wird das Blut dringend benötigt, manche Krankenhäuser zahlen dem Spender auch eine Aufwandsentschädigung. Am besten klärt man mit einem Anruf in seinem lokalen Krankenhaus, ob es dort auch einen Blutspendedienst gibt, und vereinbart telefonisch einen Termin.

Alternativ findet man auf einer Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schnell passende Blutspendemöglichkeiten in seiner Nähe. Hier werden neben Krankenhäusern und Kliniken auch DRK- und Privatinstitutionen aufgelistet – wer nur einem Krankenhaus oder einer Klinik Blut spenden will, sollte bei der Auswahl explizit darauf achten.

Blut spenden in Corona-Zeiten: Was muss ich beachten?

Gerade in der Corona-Krise ist es wichtig, weiterhin Blut zu spenden, damit sichergestellt werden kann, dass es nicht zu einem Versorgungsengpass kommt. Auch wer in einem Landkreis mit erhöhtem Corona-Risiko lebt, kann grundsätzlich weiterhin Blut spenden. Für gesunde Menschen ist eine Blutspende auch jetzt kein Problem und würde sich nicht negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken, sollte später eine Ansteckung mit dem Coronavirus erfolgen. Da eine Blutspende den Körper aber kurzfristig belasten kann, sollte man diese generell nur abgeben, wenn man sich hundertprozentig gesund und fit fühlt.

Eine Testung auf Covid-19 im Vorfeld der Blutspende ist übrigens nicht möglich – ebenso wenig kann abgegebenes Spenderblut auf das Coronavirus getestet werden.

Stellungnahme vom DRK zur „Team Wallraff“-Kritik

Deutsches Rotes Kreuz
Das DRK reagierte auf die Vorwürfe von "Team Wallraff" mit einer Stellungnahme.
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Auf den Vorwurf von "Team Wallraff", es wolle den Bedarf an Blutspenden in Deutschland möglichst hoch halten, reagierte das Deutsche Rote Kreuz mit folgender Stellungnahme:

"Auch die Arbeit der Blutspendedienste wurde durch Halbwahrheiten in einem schlechten Licht dargestellt. Die DRK-Blutspendedienste sind die Pioniere des Blutspendewesens in Deutschland – es ist ein seit Jahrzehnten bewährtes System, das auf die Zusammenarbeit von ehren- und hauptamtlichen Kräften fußt. Die Blutspendedienste des DRK decken etwa 75% des bundesweiten Bedarfs an lebensrettenden Blutpräparaten ab und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgung schwerkranker und verletzter Menschen, die ohne fremdes Blut nicht überleben würden, und damit zum Erhalt des Gesundheitssystems. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz. Nur gemeinsam gelingt es, die Versorgung kranker und schwerverletzter Mitmenschen weiterhin zu sichern."

Die ganze Stellungnahme des DRK zur "Team Wallraff"-Reportage lesen Sie hier.

„Team Wallraff" bei TVNOW

Die ganze Sendung von "Team Wallraff – Reporter undercover" gibt es bei TVNOW und in der TVNOW App nachträglich in voller Länge zum Abruf.