Schädlich oder supergesund?

Bloggerin schwört auf Eigenurin als Beauty-Geheimnis

13. August 2019 - 14:37 Uhr

Gesund dank eigener Ausscheidungen?

Klingt eklig, hat aber jeder schon mal gehört: Eigenurin als Allheilmittel. Bloggerin Ruby Karyo aus Maryland, USA, schwört darauf - und zeigt uns im Video, wofür sie ihren Urin einsetzt. Aber kann das wirklich gesund sein? Wir haben mit Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht gesprochen.

Angeblich bessere Haut und gesündere Haare

Seit ihrem 19. Lebensjahr trinkt die 30-jährige Ruby jeden Morgen ihren eigenen Urin und trägt ihn auf ihrem Gesicht auf. Seither fühle sie sich besser, ihre Haare seien gesünder und ihre Haut würde strahlen: "Es ist gut für die Heilung von Narben und Pickeln", erklärt sie in ihrem Youtube-Video.

Auch ihr 56-jähriger Freund Brian Offenburger war erstmal skeptisch. Als er aber plötzlich seine Haare verlor, überredete ihn seine Freundin ebenfalls, seinen eigenen Urin zu trinken. Seither seien seine Haare angeblich wieder nachgewachsen.

Was steckt hinter dem Mythos der Eigenurintherapie?

"Das ist absoluter Blödsinn und auch wissenschaftlich nicht haltbar", sagt Allgemeinarzt Dr. Christoph Specht. Seiner Meinung nach habe die Eigenurintherapie keine Wirkung, außer den Placeboeffekt: "Urin enthält Substanzen, die der Körper nicht braucht. Deswegen scheidet der Mensch ihn ja auch aus", erklärt er weiterhin. Im schlimmsten Fall könne die Eigenurintherapie sogar zu Infektionen führen.

Denn der Urin ist nur an seinem Produktionsort in den Nieren steril. Sobald er den bakterienbesiedelten Harnleiter passiert, enthält sogar der Urin gesunder Menschen Bakterien, die sich beim Ausscheiden weiter vermehren. Wird der Urin wieder in den Körper aufgenommen, gelangen auch die Bakterien wieder in den Körper und können Entzündungen und Krankheiten hervorrufen.

Wer denkt, diese Bloggerin sei der einzige Fan der Eigenurintherapie, hat sich getäuscht: Diese Frau trinkt sogar den Urin ihres Hundes gegen Akne!