Bruder fühlt sich verantwortlich für die Tragödie in Birmingham

Hund soll 21-Jähriger mit psychischen Problemen helfen - doch er beißt sie tot

Keira (21) aus Birmingham wurde von ihrem Hund totgebissen.
Keira (21) aus Birmingham wurde von ihrem Hund totgebissen.
© Keira Ladlow/Facebook

11. Juni 2021 - 10:15 Uhr

Keira (21) wohnte bei ihrem Bruder in Birmingham als der Hund sie angriff

Kayden Barrett hat ein "schreckliches Gefühl der Schuld", wie er dem britischen Sender BBC sagt. Der Mann aus Birmingham (Großbritannien) schenkte seiner Schwester Keira einen Hund. Der 21-Jährigen ging es nicht gut, darum wohnte sie auch bei ihrem Bruder. Der Hund, so hoffte Kayden, könnte seiner Schwester helfen, ihre psychischen Probleme in den Griff zu bekommen. Doch als er am 5. Februar 2021 von der Arbeit nach Hause kam, fand er seine Schwester blutüberströmt in seiner Wohnung. Der Staffordshire Bullterrier "Gucci" kauerte in einer Ecke.

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Bruder fand seine totgebissene Schwester, als er von der Arbeit kam

Eine gerichtliche Untersuchung in Großbritannien beschäftigt sich nun mit dem tragischen Todesfall. Laut Obduktion starb die 21-Jährige an einer Vielzahl von Verletzungen. Nachbarn hatten laut dem BBC-Bericht zwischen 10:00 und 11:00 Uhr vormittags Hundegebell und jemanden die Treppe hochlaufen gehört. Als Kayden gegen 14 Uhr nach Hause kam, lief ihm das Wasser aus der aufgedrehten Dusche entgegen und seine Schwester lag regungslos mit dem Gesicht nach unten in ihrem Blut.

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Kayden hatte den Hund im Oktober 2020 bei sich aufgenommen. Der vorherige Besitzer wollte ihn loswerden, weil er einen anderen Hund gebissen hatte. Der junge Mann sagte aus, dass sich der Staffordshire Bullterrier gut bei ihm und seiner Schwester eingelebt hatte. Die 21-Jährige habe eine gute Beziehung zu dem Tier aufgebaut und jeden Tag mit dem Tier verbracht.

Morgens schlief Keira noch an den Hund gekuschelt in ihrem Bett

Am Abend vor dem Unglück sagte die junge Frau aber plötzlich zu ihrem Bruder, dass sie Angst habe, dass der Hund sie beißen könne. Kayden hielt das aber für unwahrscheinlich. Gucci und seine Schwester verstanden sich ja sonst blendend. Er schob Keiras Sorge darum auf ihre Krankheit und vermutete, dass sie ihre Medikamente nicht genommen hatte. Keira litt unter einer Persönlichkeitsstörung und nahm Antidepressiva gegen ihre Angstzustände.

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Als er morgens das Haus verließ, um zur Arbeit zu gehen, sah er noch einmal nach seiner Schwester. Sie lag an den Hund gekuschelt in ihrem Bett und schlief. "Ich habe sie immer beschützt", zitierte die BBC den Bruder. "Ich fühle mich verantwortlich, auch wenn es nichts gab, was ich an dem Tag dagegen hätte tun können." Weil unklar ist, was genau die Hunde-Attacke auf die junge Frau auslöste, wurde Gucci von den Behörden aus Sicherheitsgründen beschlagnahmt und eingeschläfert. (jgr)

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