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Beweislastumkehr und Co.: Diese neuen Shopping-Regeln gelten ab Januar 2022

Was Verbraucher wissen sollten

Diese neuen Shopping-Regeln gelten ab Januar 2022

Eine junge Frau schlendert die Shoppingmeile entlang und hält einige Tüten in den Händen.
Von den neuen Rechten können wir ab Januar 2022 profitieren.
Aleksandar Petronijevic, VAGUS QUALITAS PRODUCTIONS

Neue Regeln zu Gunsten der Verbraucher ab Januar 2022

von RTL-Verbraucherexperte Ron Perduss

Über 500 Milliarden Euro werden jedes Jahr beim Shopping in Deutschland ausgegeben. Und ganz klar: Für das Einkaufen braucht es ein festes Regelwerk. Immerhin treffen da zwei Parteien – Verkäufer und Käufer – aufeinander und nicht immer läuft alles reibungslos. Mit dem neuen Jahr ändern sich diese Regeln zu Gunsten von uns Verbrauchern. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Beweislastumkehr ändert sich

Im normalen Leben nimmt dieses Wort garantiert keiner in den Mund. Aber mit der Thematik hat der ein oder andere schon zu tun gehabt. Diese sperrige Wort aus dem BGB – dem Bürgerlichen Gesetzbuch – sorgt dafür, dass wir Verbraucher im Fall der Fälle nicht gezwungen sind, unsere Unschuld zu beweisen. Ist ein Produkt, das Sie kaufen, bereits wenige Wochen oder Monate nach Kauf defekt, so geht das Gesetz davon aus, dass der Defekt (in den ersten sechs Monaten nach Kauf) schon beim Kauf bestand, das Produkt also mangelhaft war. Der Käufer muss in diesem Falle dem Verkäufer nicht beweisen, dass er den Defekt zum Beispiel durch falsche Bedienung selbst verursacht hat. Und der Verkäufer ist verpflichtet, den Mangel abzustellen. Also zum Beispiel das technische Gerät reparieren zu lassen oder auszutauschen.

Neu ab 2022 ist, dass diese Frist auf 12 Monate verlängert wird! Also in den ersten 12 Monaten nach Kauf wird bei einem auftretenden Mangel davon ausgegangen, dass der Mangel schon bei Kauf bestand.

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Ein junges Paar ist auf der Suche nach einer neuen Waschmaschine.
Gerade bei größeren Anschaffungen, wie zum Beispiel beim Kauf einer Waschmaschine, kommen die neuen Rechte gelegen.
EXTREME-PHOTOGRAPHER

Der Verkäufer streitet den Mangel ab

Sollte er behaupten, dass das Gerät mängelfrei war, so muss er das beweisen. Diese Regelung gilt für die ersten 12 Monate nach Kauf. Deshalb auch Beweislastumkehr. Der Verkäufer muss dem Käufer nachweisen, dass der beispielsweise durch eine Fehlbedienung oder sorglosen Umgang den Schaden selbst verursacht hat. Im Rahmen der Gewährleistung muss also der Verkäufer nachbessern.

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Was bedeutet eigentlich Gewährleistung?

Für die ersten 24 Monate nach Kauf übernimmt der Verkäufer die Verantwortung für den Artikel. Er ist bei auftretenden Schäden oder Mängeln verpflichtet, sich der Sache anzunehmen. Konkret heißt das: Reparieren, Austauschen oder gegebenenfalls sogar Rückerstattung. Wichtig ist aber, dass von der Gewährleistung im Regelfall normale Abnutzung ausgeschlossen ist. Auch wenn der Käufer den Artikel durch falsche Bedienung nachweislich beschädigt hat, muss der Verkäufer nicht aktiv werden. Unterschieden wird die Gewährleistung von der Garantie.

Was ist die Garantie?

Die Garantie ist meist eine freiwillige Leistung des Herstellers, die an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Der Hersteller kann die Bedingungen hier nach eigenem Ermessen festlegen. Auch die Dauer und den Umfang der Garantie.