Steuer-Abgabefrist endet am 31. Dezember

Wie Sie 1.000 Euro vom Finanzamt zurückbekommen

Steuererklärung
Die Steuern von 2017 können Sie sich noch bis zum 31. Dezember zurückholen.
deutsche presse agentur

Im Schnitt bekommt jeder Steuerpflichtige 1.051 Euro zurück


von RTL-Verbraucherexperte Ron Perduss

Beim Wort Steuererklärung wird den meisten wahrscheinlich sofort schlecht. Viele gehen vermutlich lieber zum Zahnarzt, als sich mit diesen undurchschaubaren Formularen zu beschäftigten. Das kann sich aber lohnen: Laut Statistischem Bundesamt bekommt jeder Steuerpflichtige, der seine Erklärung abgibt, im Schnitt 1.051 Euro zurück. Aber eben nur, wenn man seine Steuererklärung auch macht. Die meisten sind nicht verpflichtet, eine abzugeben. Lohnen kann es sich aber trotzdem – und das ganz ohne Risiko!

Wer muss eine Erklärung abgeben?

Selbständige, Freiberufler. Wer angestellt ist und neben seinem Hauptjob beispielsweise noch einen zweiten Job hatte oder Lohnersatzleistungen bezogen hat – das sind beispielsweise Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld – muss eine Steuererklärung abgeben. Diese muss immer bis 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt sein.

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Wer kann freiwillig eine Steuererklärung abgeben?

Alle, die nur eine Festanstellung haben aber beispielsweise hohe Arbeitskosten hatten. Das trifft schon zu, wenn man täglich 15 Kilometer zur Arbeit fährt. Dann liegt die Entfernungspauschale schon über dem Pauschbetrag, den das Finanzamt so oder so ansetzt. Es kann sich auch lohnen, wenn man außergewöhnliche Belastungen hatte. Das sind: Kosten durch Krankheit oder Unfall (darunter zählen zum Beispiel Zuzahlungen für Medikamente), Ausgaben für pflegebedürftige Angehörige. Handwerkerkosten – darunter zählen auch Posten in der jährlichen Betriebskostenabrechnung! Die muss Ihr Vermieter übrigens in der Betriebskostenabrechnung gesondert ausweisen.

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Wie lange kann ich die freiwillige Steuererklärung machen?

Immer vier Jahre bleibt dafür Zeit. Das heißt: Die Steuern aus 2017 können Sie sich nur noch bis 31.Dezember 2021 zurückholen.

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Wie mache ich die freiwillige Steuererklärung?

Besonders schnell und einfach geht es mit der Zwei-Seiten-Steuererklärung. Diese ist schon in zehn Minuten ausgefüllt. Viele Informationen werden bereits durch den Arbeitgeber direkt an das Finanzamt übermittelt. Diese Informationen müssen also in das Formular nicht mehr eingetragen werden. Seit dem Veranlagungsjahr 2019 gibt es hierfür zwar kein Papierformular mehr. Die Steuererklärung lässt sich aber leicht und schnell Online erledigen.

Wie kann ich die Steuer Online abgeben?

Dafür gibt es zwei Wege. Zum einen den kostenfreien über das offizielle Portal der Finanzämter ELSTER. Hier finden sich alle wichtigen Formulare. Nach einer Anmeldung kann man bequem alles digital ausfüllen und versenden. Wer ein bisschen Hilfe benötigt, kann auf einen der vielen Anbieter setzen, die beispielsweise mit Multiple-Choice-Fragen durch die Steuererklärung führen. In einem früheren Test der Stiftung Warentest haben hier beispielsweise die Programme von „WISO Steuersparbuch“ oder „TAX“ gut abgeschnitten. Je Steuererklärung fallen hier Kosten von 15-30 Euro an.

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Was mache ich, wenn statt einer Steuererstattung eine Rückforderung vom Finanzamt ins Haus trudelt?

Keine Panik! Bei einer freiwilligen Steuererklärung haben Sie nach Zugang des Steuerbescheids einen Monat lang Zeit, Ihre Steuererklärung zurückzuziehen. Damit wird auch der Steuerbescheid hinfällig und Sie müssen nichts nachzahlen.

Mein Tipp: Geben Sie auf jeden Fall noch für 2017 Ihre Steuererklärung ab. Sie investieren maximal 10 Minuten Zeit. Im schlimmsten Falle gibt es keine Erstattung vom Finanzamt. Es gibt also nichts zu verlieren.