Die beliebtesten Vornamen 2022

Namensexperte verrät: Warum Sie Ihr Kind nicht Marie Johanna nennen sollten…

Das sind die beliebtesten Vornamen des Jahres Matteo abgelöst!
00:37 min
Matteo abgelöst!
Das sind die beliebtesten Vornamen des Jahres

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von Jessica Sander

Emilia und Noah sind der Hit. Sie ist wieder da, die Liste der beliebtesten Vornamen. Namensexperte Knud Bielefeld aus Rendsburg stellt sie jedes Jahr zusammen. Er hat im RTL-Gespräch verraten, welcher Name offenbar gar nicht geht und warum kreativ sein nicht immer die beste Lösung ist.

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Namen wie im Film

“Die beliebtesten Vornamen sind Emilia, Mia und Sophia bei den Mädchen und Noah, Mattheo und Elias bei den Jungen.” Etwa 6000 Jungen und Mädchen sollen 2022 Noah und Emilia genannt worden sein, keine große Überraschung, denn “Namenstrends sind sehr zäh, das dauert Jahrzehnte, bis sich da grundlegend was ändert”, so Namensexperte Knud Bielefeld im RTL-Gespräch. Bei Mattheo ging es jedoch etwas schneller. “Mattheo ist letztes Jahr emporgeschnellt und da habe ich festgestellt, dass es diverse Fernsehserien gibt, bei denen die Hauptfigur Mattheo heißt. Das befeuert dann so einen Trend.” Das seien trotzdem eher die Klassiker. Außergewöhnliche Namen gab es dieses Jahr aber natürlich auch.

"Wenn man ein bisschen nachdenkt, dann sollte man es lassen"

“Ein paar Namen, die ungewöhnlich aufgefallen sind, aber auch ein paar Mal vorkommen, zum Beispiel der Mädchenname Lafayette, Gitty oder Jorieke und bei den Jungennamen Bel Miro, Janeiro, wie Rio de Janeiro und Perigrin.” Kreative Namensfindung findet der Experte gut, aber manche Kombinationen gehen aus seiner Sicht so gar nicht: “Was tatsächlich auch häufig vorkommt, ist ein Name wie Marie Johanna – was wie Marihuana klingt. Wenn man ein bisschen nachdenkt, dann sollte man es lassen“, so Bielefeld.

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"Man sollte nicht die eigenen Bedürfnisse als Eltern in den Vordergrund stellen"

Aber der Druck auf Eltern wird auch immer größer, weiß der Experte. Mit Standardnamen muss man da nicht um die Ecke kommen. “Teilweise ist es auch verrufen im Freundeskreis, wenn man einen normalen Namen vergibt, dann fehlt die Kreativität der Eltern, das ist dann peinlich. Dann nehmen sie einen normalen Namen und ändern die Rechtschreibung, dann wird ein i gerne durch ein y ersetzt. Das macht dem Kind nur das ganze Leben schwer, weil es ständig die Schreibweise erklärt werden muss.” Wichtig sei, so der Experte, immer an das Kind zu denken: “Man sollte nicht die eigenen Bedürfnisse als Eltern in den Vordergrund stellen, sondern dran denken, es ist das Kind, was mit dem Namen leben muss.”

Was geht wo?

Und regional, da gibt es offenbar deutliche Unterschiede. Im Osten seien Retronamen beliebt, die es vor 100 Jahren schon gab und neue englischsprachige Namen, wie Logan oder Curly. Bayern sei eher traditionell. Auch wenn sonst in Deutschland Namen wie Thomas, Stefan oder Michael out sind. “Wenn ich jetzt einen kleinen Michael treffe, dann kommt er wahrscheinlich aus Bayern”, so Knud Bielefeld. Und im Norden, da gibt´s vor allem skandinavische oder friesische Namen, wie Jorve oder Jarle. Hier werden offenbar häufig auch Namenstrends geprägt. Was hier vor zehn Jahren in war, habe eine gute Chance, jetzt im Rest Deutschlands beliebt zu sein.

So kam Knud Bielefeld auf die Idee, Daten zu sammeln

Knud Bielefeld beschäftigt sich schon seit Ende der 90 Jahre mit Namen. Der Eigene war der Auslöser. “Ich bin die Generation, als noch die häufigsten Namen wirklich häufig waren. Meine Schulkameraden hießen alle Michael, Stefan und Thomas und ich war der Einzige mit einem anderen Namen. So kannte ich, dass es ungewöhnliche und häufige Namen gibt, und das hat mich mehr interessiert, aber es gibt gar nichts, um das nachzuschlagen.“ So kam er auf die Idee, selber Daten zu sammeln. Dank ihm können wir uns jedes Jahr über die Namenstrends freuen.