Daten aus verschiedenen Ländern

Kann die Corona-Impfung den weiblichen Zyklus beeinflussen?

Wenn die Periode spät dran ist, geraten viele Frauen in Sorge.
Wenn die Periode spät dran ist, geraten viele Frauen in Sorge.
© iStockphoto, bymuratdeniz

29. Januar 2022 - 16:25 Uhr

Immer wieder kursieren Meldungen im Netz, dass die Corona-Impfung Einfluss auf den weiblichen Zyklus habe. Aber ist da wirklich etwas dran? Mittlerweile haben das verschiedene internationale Studien untersucht – mit eindeutigem Ergebnis.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Internationale Studien zeigen unwesentliche Beeinflussung

Eine Corona-Impfung kann zwar Einfluss auf den weiblichen Zyklus haben, die Schwankungen sind aber gering und vorübergehend. Zu diesem Schluss kommt ein Überblicksartikel in der Fachzeitschrift BMJ. Die Reproduktionsmedizinerin Victoria Male vom Imperial College London hat sich dafür unter anderem Studien aus den USA und Norwegen angesehen.

In der US-Studie wurde die Regel von tausenden Frauen sechs Zyklen lang mit einer Perioden-App überwacht. 2.400 der knapp 4.000 Probandinnen waren geimpft, der Rest war ungeimpft. Die erste Dosis hatte keinen Einfluss auf die Monatsblutung. Nach der zweiten Dosis kam die Regel im Schnitt einen halben Tag später.

Lese-Tipp: Welche Booster-Kombination die am wenigsten effektivste ist, lesen Sie hier.

Stärkste Verzögerung in Deutschland nicht möglich

Am stärksten war die Verzögerung bei den 358 Frauen, die beide Impfungen innerhalb desselben Zyklus bekamen - nach dem deutschen Impfschema unmöglich. Bei ihnen setzte die Blutung mehr als zwei Tage später ein. Innerhalb dieser Gruppe dauerte sie bei elf Prozent auch deutlich länger. Bei allen Frauen normalisierte sich das nach zwei Zyklen.

Lese-Tipp: Wie Sie die richtige Zyklus-App für sich finden, zeigen wir hier.

In der anderen Studie wurden 5.688 Norwegerinnen gefragt, ob sie Veränderungen vor oder nach der Impfung bemerkt haben. 38 Prozent berichteten von Unregelmäßigkeiten vor der Impfung, 39 Prozent nach der ersten Dosis, 41 Prozent nach der zweiten Spritze. Die häufigste Veränderung, über die berichtet wurde, war eine stärkere Blutung.

"Die Ergebnisse beider Studien geben Sicherheit", fasst Male zusammen: "Veränderungen bei der Menstruation kommen nach der Impfung vor, aber sie sind gering im Vergleich zur natürlichen Schwankung und gehen schnell wieder weg." Dass das überhaupt ein Thema ist, liegt Male zufolge an der widerlegten Falschinformation, dass Corona-Impfungen unfruchtbar machen soll. (dpa/lra)

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

VIDEO-PLAYLIST: Alles, was Sie über Corona wissen müssen

Spannende Dokus zu Corona gibt es auf RTL+

Das große Geschäft mit der Pandemie: Ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder um seine Gesundheit bangt, finden Betrüger immer wieder neue Wege, illegal Geld zu machen. Ob gefälschte Impfpässe, negative Tests oder Betrügereien in den Testzentren – die Abzocke lauert überall. Sogar hochrangige Politiker stehen in Verdacht, sich während der Corona-Zeit die eigenen Taschen vollgemacht zu haben. Unsere Reporter haben europaweit recherchiert – die ganze Doku auf RTL+.