Geschwollene Augen machten Mutter misstrauisch

Baby Zander sieht Eltern gar nicht ähnlich - Arzt bestätigt schrecklichen Verdacht

Der kleine Zander
Der kleine Zander hat das Chromosomale Deletionssyndrom. Ärzte stellten den seltenen Gendefekt erst fest, als Mama Hannah einen Gentest verlangte.
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Wem sieht das Baby wohl ähnlicher – dem Papa oder der Mama? Diese Frage stellen sich Elternteile wie Verwandte kurz vor und nach einer Geburt wahrscheinlich am häufigsten. Doch was ist, wenn das Kind weder dem einen noch der anderen ähnlich sieht? Genau das ist der Britin Hannah geschehen, deren Neugeborenes ihrer Familie so unähnlich sah, dass sie deshalb mit ihm zum Arzt ging. Und der stellte eine erschreckende Diagnose.

Zanders Augen sind stark geschwollen

Bereits bei seiner Geburt bemerkt Hannah Doyle (36) aus Halifax in Großbritannien bei ihrem Sohn Zander etwas Merkwürdiges. Seine Augen haben ungewöhnlich ausgesehen, heißt es bei der Nachrichtenagentur „SWNS“. „Ich wusste sofort, dass etwas anders war“, erzählt Doyle. „Als ich mir seine Augen ansah, waren sie stark geschwollen und sahen ein wenig mandelförmig aus.“ Bereits vor der Geburt stellen die Ärzte bei Zander zwei Löcher in seinem Herzen fest und die Sorge um ihren Sohn steigert sich, als sie seine Augen sieht. In dem Moment ist sie sicher: Zander ist krank.

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Doyle bittet die Ärzte sofort um weitere Tests und ihre Besorgnis bestätigt sich. Zander hat einen seltenen Gendefekt, das sogenannte sogenannte Chromosomale Deletionssyndrom. Laut dem Medizinjournal „MSD Manual“ handele es sich bei chromosomalen Deletionen um eine Chromosomenanomalie. Darunter zähle zum Beispiel auch Trisomie 21. Doch während bei einer Trisomie ein zusätzliches Chromosom in der Körperzelle vorkommt, fehlen bei einer Deletion Teile des Chromosoms. Das könne zu schweren Fehlbildungen und geistigen Behinderungen führen.

Zander im Krankenhaus
Mittlerweile ist Zander 10 Wochen alt und ist ein "glückliches, kleines Baby" wie seine Mutter sagt.
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"Es fühlte sich sehr entmutigend an"

Für Hannah ist die Diagnose ein Schock. „Es fühlte sich sehr entmutigend und beängstigend an, mein Verstand war überlastet und ich habe nur ans Schlimmste gedacht“, sagt sie. Es sei vor allem deshalb schwer gewesen, weil es keine Erklärung für den Defekt gegeben habe und Chromosom Deletionen sehr schlecht erforscht seien.

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Zander sei jetzt zehn Wochen alt und ein „glückliches, kleines Baby“, aber niemand könne ihr sagen, wie es ihm in Zukunft ergehe. „Es ist ein massives Wartespiel“, so Doyle, „es heißt einfach abwarten und weitersehen.“ Sie habe noch keinen weiteren Menschen gefunden, der genau Zanders Behinderung habe. „Bei jeder anderen Krankheit gibt es mehr Antworten als bei seiner.“

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Mama Hannah sucht weiter nach Antworten

Doch Doyle weigert sich, aufzugeben. Während sie selbst weiter nach Antworten sucht, versucht sie auch das Bewusstsein gegenüber diesem Syndrom zu schärfen. Sie wolle verstehen können, wenn er Schwierigkeiten habe und sie wolle helfen, dass andere Kinder mit einer ähnlichen Krankheit besser verstanden werden. „Kinder werden für bestimmte Verhaltensweisen leicht abgestempelt und verurteilt“, sagt sie. Das wolle sie verhindern – bei Zander und bei anderen Kids. (jbü)