Expertin schätzt ein: Kann das sein?

12-Zentimeter-Narbe im Gesicht! Schwangerschaft löste Hautkrebs aus

Megin Davies (40) zeigt ihre Narbe: 3cm breit und 12cm lang.
Megin Davies (40) zeigt ihre Narbe: 3cm breit und 12cm lang.
© Mercury Press & Media, CATERS FOTO

20. Mai 2021 - 14:29 Uhr

Schock-Diagnose ein Jahr nach Geburt ihrer Tochter

Schon während der Schwangerschaft bemerkte Megin Davies (40), dass sich ein Leberfleck auf ihrer Wange vergrößerte. Und dann, ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Bella-Reign, kommt die Schock-Diagnose: Hautkrebs. Dermatologin Yael Adler schätzt für uns ein, wie die Schwangerschaft damit zusammenhängt.

Megin Davies (40) mit Baby Bella-Reign
Der Leberfleck an Megins rechter Wange hatte sich während der Schwangerschaft mit Bella-Reign vervierfacht.
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Riesen-Narbe im Gesicht

Die Vierfach-Mama dachte sich zuerst nichts schlimmes dabei, als ihr Leberfleck sich vervierfachte. Sie schob es auf die Hormone während der Schwangerschaft. Die Australierin ging damit folglich auch nicht zum Arzt. Ein fataler Fehler, wie sie heute weiß. Erst ihr Zahnarzt bestand darauf, dass sich die heute 40-Jährige zum Hautarzt begibt. Das brachte eine ganze Reihe an Untersuchungen ins Rollen. Die Ärzte mussten drei Zentimeter Haut von der Nase bis zum Kinn entfernen und hinterließen eine ebenso breite und zwölf Zentimeter lange Narbe. Ihre Tochter Chobi (7) habe Angst vor ihr gehabt, berichtet Megin.

Megin Davies (40) zeigt ihre Narbe
Der Australierin musste Haut von der Nase bis zum Kinn entfernt werden.
© Mercury Press & Media, CATERS FOTO

Aber wie kann das passieren?

Dass diese Zellen des Leberflecks ausgerechnet in der Schwangerschaft entarten, ist nicht unbedingt ein Zufall. Denn eine Schwangerschaft kann bei entsprechender Veranlagung und spezieller Risikokonstellationen Leberflecken verändern und schwarzen Hautkrebs begünstigen, sagt Dermatologin Yael Adler im Gespräch mit RTL. Die Leberfleckzellen haben Empfangsstellen für Hormone – die können dort einfach andocken. Und gerade in der Schwangerschaft ist die Anzahl der Hormone sehr hoch. Die Hormone können dann die Leberfleckzellen stimulieren, so Adler.

Viele Schwangere beobachten, dass sich bestehende Pigmentflecken verändern oder neue auftreten: "Hormone als ein möglicher Risikofaktor bei der Melanomentstehung wird immer wieder diskutiert. Und es sind auch Frauen insgesamt häufiger betroffen als Männer." Es gibt jedoch auch weitere Faktoren, die das Risiko für Hautkrebs erhöhen: Dazu zählen ein heller Hauttyp, zu viel UV-Belastung, Sonnenbrände in der Kindheit, Melanome in der Familie, über 100 Leberflecken und über fünf Risikoleberflecken. Auch die Ernährung kann Einfluss darauf haben.

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So schützen Sie Ihre Haut in der Schwangerschaft

Schwangere würden in der Sonne auch oft braune Flecken entwickeln: "Daran sieht man, dass die Schwangerschaftshormone in Verbindung mit UV-Strahlung eine besonders starke Pigmentierung zur Folge haben", sagt Hautärztin Adler. Wer ein Kind erwartet, sollte sich deshalb vor der Sonne schützen. Schwangere sollten außerdem unbedingt zur Hautkrebsvorsorge gehen: "Man kann auch in der Schwangerschaft einen Leberfleck vorbeugend operativ entfernen. Die kleinen Mengen Betäubungsmittel sind für das Baby nicht gefährlich. Deswegen kann man das aus Sicherheitsgründen auch in der Schwangerschaft machen", sagt die Dermatologin. Aber auch ein Arzttermin vor der Schwangerschaft sei sinnvoll.

Vor allem dann, wenn ein Leberfleck auffällig ist, sollten Schwangere einen Arzt aufsuchen. Die lassen sich über die ABCDE-Regel identifizieren:

  • A wie Asymmetrie: Ist ein Leberfleck asymmetrisch und hat Aussackungen, sollten Sie wachsam sein.
  • B wie Begrenzung: Ist der Leberfleck fransig und die Grenze zur umgebenden Haut unregelmäßig, ist das ebenfalls kein gutes Zeichen.
  • C wie Coloration: Kommen verschiedene schwarze, braune oder graue Farbtöne vor, sollten Sie das ebenfalls ernst nehmen.
  • D wie Durchmesser: Überschreitet ein Leberfleck einen Durchmesser von einem halben Zentimeter, gilt es aufzupassen.
  • E wie Erhabenheit: Wenn ein Fleck, der ehemals flach war, plötzlich hubbelig wird, gilt es, ihn zu beobachten.

Yael Adler rät: "Wenn mehrere Kriterien davon zutreffen oder womöglich alle, sollte man das auf jeden Fall abchecken lassen."

Lese-Tipp: Verdächtiger Leberfleck? Mit der ABCD-Regel Hautkrebs früh genug erkennen

Lieber zu früh als zu spät zum Arzt

Der Leberfleck von Megin erfüllte Kriterien dieser Liste. Trotzdem ignorierte sie die Anzeichen. Sie habe nicht die Zeit gefunden, einen Arzt aufzusuchen. Doch damit hat sie die Situation verschlimmert. "Je länger man wartet, desto dicker wird der Tumor. Und dann verändert er auch das Stadium", sagt Hautärztin Adler. Damit erhöht sich das Risiko, dass sich Metastasen bilden und der Krebs streut. Deswegen gilt: lieber zu früh zum Arzt als zu spät. (ebr/mol)

Im Video: Melanome - die gefährlichste Form von Hautkrebs

Als schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) werden bösartige Hauttumore bezeichnet, die aus pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) entstehen. Maligne Melanome bilden frühzeitig Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und anderen Organen aus. Was Sie sonst noch über die gefährlichste Art des Hautkrebs wissen müssen: Im Video gibt's die Antworten.

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