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"Ausgerechnet ich": Wie Raven Vollraths Eltern das Verbrechen an ihrem Sohn aufklärten

"Ausgerechnet ich – Im Visier des Verbrechens"

"Jetzt ist dein Kind tot. Das ist das Schlimmste!" Wie Raven Vollraths Eltern das Verbrechen an ihrem Sohn aufklärten

Ravens Mutter Maryon Vollrath
Ravens Mutter Maryon Vollrath hat trotz aller Rückschläge nie aufgehört, nach ihrem Sohn zu suchen.
privat/RTL

Mehr als 3.000 Tötungsdelikte sind laut einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) allein in Deutschland derzeit ungeklärt. Fast wäre das auch bei Raven Vollraths Fall passiert. Im Winter 2005 ist der 25-Jährige in den Bergen Tirols auf der Suche nach Arbeit. Als er Weihnachten nicht zu Hause anruft, ahnen seine Eltern schnell, dass etwas nicht stimmt. Die Polizei will davon nichts wissen. Doch seine Eltern bleiben dran. Wochen, Monate und Jahre vergehen, bis sie wissen, was mit ihrem Sohn passiert ist. Bei "Ausgerechnet ich – Im Visier des Verbrechens" (Donnerstag, 22:35 Uhr bei RTL) erzählen sie, wie sie es auf eigene Faust geschafft haben, das Verbrechen an ihrem Sohn aufzuklären.

Schon bei der Verabschiedung hat Ravens Vater ein komisches Gefühl

Es ist Dezember 2005, als sich Raven Vollrath gemeinsam mit einem Freund dazu entscheidet, am Skilift im österreichischen Zöblen zu arbeiten. Schon bei der Verabschiedung hat Ravens Vater Günther ein komisches Gefühl, wie er heute erzählt, doch sein Sohn ist voller Optimismus.

In Österreich angekommen, läuft alles anders als geplant: Den Job am Skilift darf Raven nicht antreten, plötzlich steht er ohne Arbeit, Geld und Unterkunft da. Im 100 Kilometer entfernten Hochsölden findet der 25-Jährige schließlich einen anderen Job, arbeitet von da an als „Mädchen für alles“ in einem Hotel. Kein Traumjob, aber er ist erst mal zufrieden, lernt sogar eine Frau kennen und findet einen Freund, wie er seinen Eltern erzählt.

Als der Druck im Hotel zu groß wird, fährt Raven kurz vor Weihnachten zurück zu seinem Freund und dessen Mutter nach Zöblen. Einen Tag später verschwindet er.

"Er war das erste Mal Heiligabend weg. Da hätte er angerufen, keine Frage"

Dass etwas nicht stimmt, merken Ravens Eltern, als er sich an Heiligabend weder bei ihnen meldet noch ans Telefon geht. „Er war das erste Mal Heiligabend weg. Da hätte er angerufen, keine Frage“, erzählt seine Mutter im Gespräch mit RTL. Die Eltern machen eine Vermisstenmeldung. Doch die Polizei sieht keinen Grund für Ermittlungen – Raven sei schließlich erwachsen. Auch Tage später gibt es kein Lebenszeichen von dem 25-Jährigen. Seine Eltern bleiben hartnäckig, die österreichische Polizei findet schließlich sein Auto. Es steht verlassen beim Skilift, ist unabgeschlossen. Auch Ravens Papiere liegen im Fahrzeug.

Als die Polizei auch daraufhin keinen Grund sieht zu ermitteln, fahren Maryon und Günther Vollrath selbst von Thüringen nach Österreich. Ermitteln auf eigene Faust, sprechen mit Menschen vor Ort, hängen Plakate auf. Doch so richtig scheint keiner zu wissen, was passiert ist. Was Ravens Eltern zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen: Das ist erst der Anfang der langen Suche nach ihrem Sohn.

Raven Vollrath und seine Mutter Maryon
Raven Vollrath und seine Mutter Maryon
privat
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"Jetzt ist dein Kind tot. Das ist das Schlimmste, was einen treffen kann"

Sechs Monate nach Ravens Verschwinden finden Spaziergänger schließlich eine teils skelettierte Leiche in einem Bachbett. Drei Wochen müssen Ravens Eltern auf das DNA-Ergebnis warten. Bis sie schließlich die Nachricht bekommen, die ihnen den Boden unter den Füßen wegreißt: Die Leiche ist ihr Sohn. „Ich hab nur geschrien ‘nein, das darf nicht sein, nein’“, erinnert sich Ravens Mutter. „Jetzt ist dein Kind tot. Das ist das Schlimmste, was einen treffen kann.“

Laut Polizei sei Raven einfach erfroren

Ravens Eltern haben nun Gewissheit. Doch die Frage nach dem Warum bleibt ungeklärt. Maryon und Günther wollen Antworten. Laut Obduktionsbericht könne die Todesursache nicht mehr geklärt, knöcherne Verletzung können angeblich nicht festgestellt werden. Die Polizei schlussfolgert darum: Raven habe das Lifthaus nachts allein verlassen. Bei minus 11 Grad sei er alkoholisiert und leicht bekleidet zweieinhalb Kilometer zu Fuß gelaufen, habe sich irgendwann hingelegt, sich ausgezogen – und sei schließlich erfroren.

Für Ravens Eltern eine unvorstellbare Theorie, die sie erneut zu eigenen Recherchen bewegt. Um Unterstützung zu bekommen, wenden sie sich an Rechtsanwalt Christoph Rühlmann. Ihm fällt auf: Die Untersuchung, die eine Gewalteinwirkung von außen ausschließen könnte, wurde bei Ravens Leiche nie gemacht.

Und plötzlich wendet sich das Blatt

Zeitgleich wendet sich Maryon Vollrath an die Presse. Nur ein Journalist antwortet: Zoran Dobrić. Gemeinsam mit Rühlmann und Dobrić schaffen es Ravens Eltern, dass erneut ermittelt wird. Sie sprechen mit dem Rechtsmediziner, der Staatsanwaltschaft, wenden sich an die Öffentlichkeit – und stoßen auf Ungereimtheiten bei den Ermittlungen. Die österreichische Polizei ermittelt erneut, diesmal mit Hilfe der deutschen Kollegen. Zum ersten Mal wird eineinhalb Jahre nach Ravens Verschwinden auch die Mutter von Ravens Freund befragt – und plötzlich wendet sich das Blatt.

Was sie in der Nacht des Verschwindens gesehen hat und wie Ravens Eltern am Ende doch noch Gerechtigkeit erfahren – Raven Vollraths ganze Geschichte und weitere Kriminalfälle sehen Sie bei "Ausgerechnet ich – Im Visier des Verbrechens" donnerstags um 22:35 Uhr bei RTL und zum Abruf bei RTL+ . (akr)