Weil Astrazeneca liegenbleibt

Länderchefs wollen Impfreihenfolge lockern

Impfstoff von Astrazeneca
Impfstoff von Astrazeneca
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01. März 2021 - 9:21 Uhr

Kretschmann, Söder und Kretschmar wollen Änderungen

Was haben manche Menschen gegen den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca? Das fragen sich nicht nur diejenigen, die gern gegen Corona geimpft würden und dabei nicht auf die Marke schielen. Sondern auch Politiker und Entscheidungsträger. Die Landesväter Kretschmann (Baden-Württemberg), Söder (Bayern) und Kretschmar (Sachsen) fordern jetzt unabhängig voneinander, die strenge Impfreihenfolge zu lockern.

Liegenlassen "kann niemand wollen bei einem Impfstoff, der gut schützt“

Winfried Kretschmann (l) und Markus Söder
Winfried Kretschmann (l, Grünen) und Markus Söder (CSU) kommen zu einer Pressekonferenz. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa/Archivbild
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann plädierte dafür, die Priorisierungen zu lockern, sollte Impfstoff wegen der Zurückhaltung von Menschen nicht genutzt werden. Die Priorisierung sei wichtig, zumindest solange der Impfstoff Mangelware sei. "Zugleich können wir es uns nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen. Dann müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären", so Kretschmann.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht Handlungsbedarf. "Wenn es so weitergeht, werden wir auf einem Berg von Astrazeneca-Impfdosen sitzenbleiben. Das kann niemand wollen bei einem Impfstoff, der gut schützt", sagte der CSU-Chef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Dem Bayerischen Rundfunk sagte er, die Zurückhaltung bei Astrazeneca bereite ihm große Sorge. "Sollte es weiter so sein, dass Tausende, vielleicht sogar Hunderttausende von Impfdosen nicht verimpft werden, dann muss man die Priorisierung völlig neu überlegen, gerade für diesen Impfstoff Astrazeneca." So könnten Impfdosen möglicherweise den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden, um eine "schnelle Verimpfung" sicherzustellen. Denn jeder, der geimpft werde - unabhängig vom Alter -, schaffe etwas mehr Freiheit.

Der sächsische Landeschef Michael Kretschmer (CDU) nannten die Priorisierung "ein Mittel der Mangelverwaltung". Sie solle für das Astrazenica-Vakzin "zügig aufgehoben werden", sagte er der In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung"