„Mein Kind ist krank und bekommt keine ärztliche Hilfe"

Weil es keinen negativen PCR-Test hatte! Arztpraxis nimmt krankes Kind nicht dran

Ein Kind wurde in Nürnberg offenbar von Arztpraxen abgelehnt, weil es keinen negativen PCR-Test hatte - (Symbolbild)
Ein Kind wurde in Nürnberg offenbar von Arztpraxen abgelehnt, weil es keinen negativen PCR-Test hatte - (Symbolbild)
© deutsche presse agentur

17. Oktober 2021 - 12:57 Uhr

Mutter extrem verärgert

In Nürnberg hat eine Arztpraxis sich offenbar geweigert, eine krankes Kind aufzunehmen, weil es keinen negativen PCR-Test vorweisen konnte. Das berichtet die Plattform "nordbayern.de". "Mein Kind ist krank und bekommt keine ärztliche Hilfe, das ärgert mich wahnsinnig", sagte die Mutter der Nachrichtenseite.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus Sars-Cov-2 finden Sie auch in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Corona-Schnelltest war negativ

Es fing mit einem Anruf aus der Schule an, in dem das Kind über Hals- und Ohrenschmerzen geklagt habe. Daraufhin habe die Mutter einen HNO-Arzt angerufen, um kurzfristig einen Termin für ihr Kind zu vereinbaren. Die Praxis lehnte jedoch nach Aussage der Mutter ab. Ihr Kind könnte nur behandelt werden, wenn es einen negativen PCR-Test vorlegen würde. "Meine Tochter hatte am Morgen in der Schule noch einen Corona-Schnelltest gemacht, der negativ war"; erklärte die Mutter. Doch auch das half nicht. Zwei weitere Praxen hätten ebenfalls auf einen PCR-Test bestanden.

Für Arztbesuch nicht verpflichtend

Aber muss man wirklich einen negativen PCR-Test vorlegen, um behandelt zu werden? Das bayerischen Gesundheitsministerium sagt: Nein. Ein negativer PCR-Test sei für einen Arztbesuch nicht verpflichtend. "Für Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden oder medizinisch notwendige Behandlungen angeboten werden, gilt: Ein Testnachweis muss nicht vorgelegt werden", heißt es auf der Website der Behörde.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Nur im Einzelfall vorstellbar"

Zum konkreten Fall erklärt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums gegenüber "nordbayern.de": "Die Abweisung von Patienten, die keinen negativen PCR-Test vorweisen können, ist aufgrund der Möglichkeit, bestimmte Schutzmaßnahmen in den Praxen zu ergreifen - zum Beispiel Schutzimpfungen, Verwendung persönlicher Schutzausrüstung, Sondersprechstunden für ungeimpfte oder ungetestete Personen - im Einzelfall nur dann vorstellbar, wenn trotz aller ergriffenen Schutzmaßnahmen eine unvertretbare Gefährdung für die Ärztinnen und Ärzte, die Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter oder andere Patientinnen und Patienten besteht." Die Sprecherin weiter: "Ein regelhaftes Verlangen von negativen Tests ist vor diesem Hintergrund nicht ohne Weiteres möglich."

Übrigens: Die Mutter des kranken Kindes hat bei einer vierten Praxis endlich einen Termin ohne PCR-Test bekommen. Das Mädchen hat die Schmerzen überstanden und ist wieder fit. (xst)